Betriebliche Altersvorsorge

Wichtige Informationen für Arbeitnehmer
Betriebliche Altersvorsorge
  • Gesetzlicher Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge
  • Beiträge werden dem Bruttogehalt entnommen
  • Einzahlungen bei Arbeitgeberwechsel mitnehmen
  • Lebenslange Rente oder Einmalzahlung

Betriebliche Altersvorsorge für Arbeitnehmer

Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern den Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) ermöglichen. Ob sie diese dann auch in Anspruch nehmen, bleibt den Arbeitnehmern überlassen. Jedoch bietet die bAV eine Reihe von Vorteilen, die für sie sprechen. Unter anderem bietet sie Steuervorteile. Zudem ist die betriebliche Rente bei Insolvenz des Arbeitgebers sicher.

Vorteile und Nachteile für Arbeitnehmer

Eine betriebliche Altersvorsorge bietet dem Arbeitnehmer eine ganze Palette von Vorteilen. Doch auch die Nachteile sollten nicht unerwähnt bleiben. 

Vorteile Nachteile

Garantierte Rentenauszahlung: Bei Rentenbeginn erhalten Arbeitnehmer eine monatliche Rentenauszahlung zusätzlich zu ihrer gesetzlichen Rente. Die Mindesthöhe und die Dauer der Auszahlung sind garantiert.

Festgesetzter Auszahlungszeitpunkt: Die betriebliche Rente wird frühestens ab 60 Jahren bzw. bei ab 2012 abgeschlossenen Verträgen ab 62 Jahren ausgezahlt. Hier macht es Sinn, das Ablaufalter mit dem Rentenalter gleichzusetzen.

Einmalige Kapitalauszahlung: Anstatt einer monatlichen Rentenauszahlung können sich Versicherte auch für eine einmalige Auszahlung des Kapitals der bAV in voller Höhe zu Rentenbeginn entscheiden – dies gilt jedoch nur für bei Pensionskassen und Direktversicherungen. Bei anderen Formen sind bis zu 30% zu Beginn der Auszahlungsphase möglich.

Steuerpflichtige Rentenzahlung: Die monatliche Rente oder Einmal- bzw. Teilzahlung muss vollständig versteuert werden. Da Rentner – nach derzeitigem Stand – aber einen geringeren Steuersatz haben als während der Einzahlungsphase, profitieren sie trotzdem durch Steuereinsparungen.

Mehrere Auszahlungsmöglichkeiten: Neben den bereits erwähnten Optionen, sich das Kapital der bAV als monatliche Rente oder Einmalauszahlung auszahlen zu lassen, kann man sich auch einen Teilbetrag von 30 Prozent der Gesamtsumme zum Rentenbeginn auszahlen lassen.

Weniger gesetzliche Rente: Da ein Teil des Bruttoeinkommens in die bAV geht, zahlen Arbeitnehmer weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erhalten zu Rentenbeginn eine geringere gesetzliche Rente. 

Kapitalmitnahme bei Arbeitgeberwechsel: Beim Arbeitgeberwechsel können Arbeitnehmer den Vertrag beim neuen Arbeitgeber fortführen. Idealerweise 1:1. Falls nicht, können sie den Vertrag als Entgeltumwandlung aus dem Bruttoeinkommen weiterführen. Besteht ein Übertragungsabkommen zwischen zwei Versicherern, gibt es die Option, den Vertrag zum neuen Versicherer übertragen zu lassen.

Kein Wahlrecht: Nicht der Mitarbeiter, sondern der Arbeitgeber entscheidet über die Art der betrieblichen Altersvorsorge. Falls keine bAV angeboten wird, haben Arbeitnehmer immer die Möglichkeit, im Zuge der Entgeltumwandlung in eine Direktversicherung einzuzahlen.

Wenig Aufwand: Der Arbeitgeber übernimmt die Vertragsangelegenheiten.

Volle Krankenversicherungsbeiträge: Bezieher einer betrieblichen Rente müssen in der Auszahlphase die kompletten Beiträge für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Sozialabgabenfreiheit: Bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung können sozialabgabenfrei in die betriebliche Altersvorsorge fließen. 2017 sind das 3.048 Euro jährlich, das bedeutet bis zu 254 Euro monatlich.

 

Steuerfreiheit: 2017 können in  Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen 3.048 Euro steuerfrei für die bAV gezahlt werden. Der Wert richtet sich nach der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Weitere 1.800 Euro für abgeschlossene Verträge ab 2005 können zudem steuerfrei als Zusatzbeitrag in die bAV fließen. Bei den bAV-Formen Direktzusage und Unterstützungskasse gibt es keine Grenze.

 

Arbeitgeberbeteiligung: Um das Betriebsklima zu stärken und Arbeitnehmer mehr an die Firma zu binden, können Arbeitgeber von sich aus Beiträge in die bAV zahlen.

 

Insolvenzschutz: Das Betriebsrentengesetz garantiert die Auszahlung der betrieblichen Rente, auch wenn der Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste.

 

Anspruch auf bAV: Der Arbeitgeber ist seit 01.01.2002 gesetzlich dazu verpflichtet, eine betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung anzubieten.

 

Geringe Vertragskosten bei Gruppenverträge: Schließt der Arbeitgeber Verträge für weitere Angestellte ab, können alle Beteiligten von gesunkenen Kosten für den Vertragsabschluss bzw. besseren Konditionen profitieren.

 

Hartz-IV-sicher: Das angesparte Kapital bleibt erhalten, falls Hartz IV bezogen werden muss.

 

Insolvenz des Arbeitgebers

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung ist die betriebliche Rente des Arbeitnehmers sicher, wenn der Arbeitgeber Pleite geht. Bei Direktzusagen, Pensionsfonds und Unterstützungskassen kommt der Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) für die Betriebsrente auf. Hat der Arbeitgeber die bAV bei einer Direktversicherung oder Pensionskasse eingerichtet, wirkt sich die Zahlungsunfähigkeit nicht auf die betriebliche Rente aus. Die Versicherungen sind unabhängig vom Arbeitgeber und werden zudem von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) überwacht.

 

Stolperfalle

Der Pensions-Sicherungs-Verein übernimmt nur den Teil der Betriebsrente, auf den der Arbeitnehmer aufgrund von Entgeltumwandlungen einen Anspruch hat. Beteiligte sich der Arbeitgeber mit eigenständigen Beiträgen an der betrieblichen Rente, zahlt der PSVaG diese Summe nur, wenn der Mitarbeiter 30 Jahre bzw. bei abgeschlossenen Verträgen ab 2009 25 Jahre alt ist und die Einzahlungen mindestens fünf Jahre getätigt wurden.

Wer kann eine betriebliche Altersvorsorge nutzen?

Zugang zu einer bAV haben Angestellte, Arbeiter, Auszubildende und nicht-beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, sofern sie keine selbständigen Unternehmer sind. Auch nicht zum Betrieb Gehörende können sich für eine betriebliche Altersvorsorge entscheiden, wenn sie für das Unternehmen eine ausschließliche Tätigkeit ausüben. Keinen Anspruch auf diese Form der privaten Vorsorge haben Unternehmer.

Wahlrecht

Arbeitnehmer dürfen nicht entscheiden, welche Form die betriebliche Altersvorsorge haben darf. Dieses Wahlrecht besitzt ausschließlich der Arbeitgeber, der dafür dazu verpflichtet ist, eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Allerdings haben Arbeitnehmer ein Wahlrecht bei der Auszahlungsart ihrer betrieblichen Rente: Sie kann komplett auf einen Schlag ausgezahlt werden, als Teilbetrag oder als monatliche Rente.

Beratung durch Experten anfordern

Bevor Interessierte eine betriebliche Altersvorsorge abschließen, die der Arbeitgeber anbietet, sollten sie sich hier ein Angebot zur Altersvorsorge erstellen lassen. Auf diese Weise erfahren sie, ob die bAV des Arbeitgebers eine gute Wahl ist. 

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