Berufsunfähigkeits-
versicherung
Ratgeber

Sollte ich als Handwerker eine BU abschließen? Wie kann ich die Kosten minimieren? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Handwerker besonders gefährdet

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Handwerkern eine monatliche Rente, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, ihren eigenen Beruf auszuüben. Dieser Schutz ist für alle Handwerker unverzichtbar, da sie mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit nicht bis zum gesetzlichen Renteneinstiegsalter arbeiten. Vom Staat können sie in diesem Fall kaum Leistungen erwarten.

Berufsunfähigkeitsversicherung Handwerker
Berufsunfähigkeitsversicherung:
Handwerker mit hohem Risiko

Berufsunfähigkeitsversicherung: Für Handwerker am wichtigsten

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist für Handwerker so wichtig wie für kaum eine andere Berufsgruppe. Ob Bäcker, Fliesenleger oder Goldschmied – Handwerker ist der Oberbegriff für eine Vielzahl von Ausbildungsberufen, bei denen die körperliche Tätigkeit im Vordergrund steht. Je nach Tätigkeitsfeld arbeiten sie mit Maschinen, ihren Händen und vollem Körpereinsatz. Das Risiko für Berufsunfähigkeit aufgrund von körperlichen Beschwerden ist bei Handwerkern daher besonders hoch.

Nach Angaben des Bundes der Versicherten gehen 40 bis 50 Prozent aller Handwerker noch vor der Regelaltersgrenze in Rente. Die gefährlichsten Berufe sind laut einer Statistik aus dem map-Report 2011 Gerüstbauer und Dachdecker. Mehr als die Hälfte von ihnen wird noch vor der gesetzlichen Regelaltersgrenze vollständig oder teilweise erwerbsunfähig.

Dies bedeutet, dass Handwerker nicht nur ein hohes Risiko besitzen, ihren eigenen Beruf nicht mehr ausüben zu können. Viele von ihnen werden auch unfähig, irgendeiner anderen Tätigkeit nachzugehen. Zwar erfüllen sie damit ein Kriterium für die staatlichen Leistungen bei Berufsunfähigkeit. Diese fallen jedoch äußerst gering aus. Da Handwerker mit so einer hohen Wahrscheinlichkeit berufsunfähig werden, ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung für sie besonders ratsam.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Handwerker sind auf private Leistungen angewiesen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Handwerkern einen besonderen finanziellen Schutz, den der Staat nicht leisten kann. Wird der Handwerker berufsunfähig, zahlt ihm die Versicherung eine monatliche BU-Rente. Wie hoch diese Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen ausfallen, vereinbaren beide Vertragspartner beim Abschluss der Police. Als Leistungsfall gilt bei vielen Anbietern bereits eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent. Dieser Zustand muss für voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen und durch ein ärztliches Gutachten nachgewiesen werden.

Wer sich als Handwerker hingegen ausschließlich auf die Rentenkasse verlässt, riskiert ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Der Staat zahlt erst dann eine monatliche Unterstützung, wenn der Handwerker erwerbsunfähig beziehungsweise erwerbsgemindert ist. Wer also noch in der Lage ist, einen alternativen Beruf auszuüben, hat keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbminderungsrente. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Versicherte für mindestens fünf Jahre Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse überwiesen hat. Dennoch reichen die gesetzlichen Leistungen oft kaum zum Leben: Je nach Grad der Erwerbsunfähigkeit kann der Handwerker oft nur mit 15 bis 30 Prozent seines letzten Bruttogehaltes rechnen.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Handwerker?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten bei Handwerkern richten sich nach seiner jeweiligen Fachrichtung. Je schwerer die körperliche Arbeit ist, desto höhere Beiträge werden fällig. So zahlen beispielsweise Bauarbeiter und Dachdecker je nach Anbieter oft mehr als Bäcker oder Schneider.

Insgesamt müssen Menschen in handwerklichen Berufen deutlich höhere Prämien für ihren Schutz vor Berufsunfähigkeit aufwenden, da sie von den Versicherungen meist der höchsten Risikogruppe zugeordnet werden. Mit den hohen Beiträgen gleichen die Gesellschaften die hohe Wahrscheinlichkeit aus, dass sie tatsächlich eine BU-Rente zahlen müssen.

Handwerker sollten sich von den hohen Beiträgen jedoch nicht abschrecken lassen. Denn wenn sie berufsunfähig werden, entsteht mit der plötzlichen Einkommenslücke ein weitaus größerer finanzieller Verlust. Mit dem richtigen Vorgehen können die Prämien für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zudem etwas geringer gehalten werden. Je früher ein Handwerker die Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto günstigere Beiträge sichert er sich für die Vertragslaufzeit. Daher ist oftmals bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Azubis sinnvoll.

Auch der Gesundheitszustand ist ein wichtiger Kostenfaktor. Im Antrag muss der Handwerker eine lange Liste an Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen beantworten. Bestehen bereits Vorerkrankungen, führt dies meist zu Risikozuschlägen bei den Beiträgen. Dies ist jedoch ein notwendiges Übel. Schlimmer ist, wenn die Versicherung bestimmte Erkrankungen als Leistungsfälle ausschließt. Ein Bauarbeiter, der schon an Rückenproblemen leidet, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch dadurch berufsunfähig.

Ein Leistungsausschluss würde für ihn bedeuten, dass er jahrelang hohe Beiträge bezahlt hat, aber im Falle einer Berufsunfähigkeit aufgrund von Rückenleiden trotzdem keine Berufsunfähigkeitsrente erhält. Dennoch müssen die Gesundheitsfragen immer vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden, da sonst der vollständige Verlust des Schutzes droht. Die Lösung lautet auch hier: Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto besser ist der Gesundheitszustand und desto weniger muss der Handwerker zahlen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Was Handwerker außerdem beachten müssen

Die Berufsunfähigkeitsversicherung stellt Handwerker vor einige Herausforderungen. Doch die strengen Leistungsvoraussetzungen und die verhältnismäßig hohen Beiträge lassen sich nicht vermeiden. Da sie so ein hohes Risiko besitzen, sollten sich Mitglieder dieser Berufsgruppe davon nicht abschrecken lassen. Bei den Vertragsbedingungen müssen sie allerdings wachsam sein. Behält sich die Versicherung ein Recht auf abstrakte Verweisung im Falle einer Berufsunfähigkeit vor, kann sie die Zahlung der Rente verweigern, wenn der gelernte Handwerker noch in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt mit einem anderen Beruf zu verdienen.

Auch eine Umorganisation sollte der Vertrag auf keinen Fall vorsehen. Andernfalls kann die Versicherung von einem selbstständigen Handwerker im Falle einer Berufsunfähigkeit fordern, seinen Betrieb so umzustrukturieren, dass er seine eigenen Aufgaben an Mitarbeiter delegiert. Beide Klauseln haben in einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung nichts verloren. Da Vertragsbedingungen allerdings nur selten so eindeutig formuliert sind, lohnt es sich, den Rat eines Versicherungsexperten zu einzuholen. Er kann erklären, welche Konsequenzen sich hinter den Paragraphen tatsächlich verbergen.

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