Berufsunfähigkeits-
versicherung
Ratgeber

Sollte ich als Krankenschwester eine BU abschließen? Welche Kosten kommen auf mich zu? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Krankenschwestern und Krankenpfleger

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet Krankenschwestern und Krankenpflegern einen unverzichtbaren Schutz gegen ihr hohes Berufsunfähigkeitsrisiko. Zwar fallen die Beiträge im Vergleich zu einigen anderen Berufsgruppen höher aus. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lassen sich die Kosten dennoch begrenzen.

Berufsunfähigkeitsversicherung Krankenschwester
Berufsunfähigkeitsversicherung:
Krankenschwestern mit hohem Risiko.

Berufsunfähigkeitsrisiko bei Krankenschwestern und Krankenpflegern

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Krankenschwestern und Krankenpfleger besonders wichtig. Sie sind in ihrem Beruf einerseits einer starken körperlichen Belastung ausgesetzt, da sie beispielsweise Tag und Nacht Schichtdienste leisten, kranke Patienten heben und waschen oder stundenlang bei Operationen assistieren. Auch der psychische Stress ist für diese Berufsgruppe enorm. Die Pflegekräfte werden täglich mit schweren Schicksalen konfrontiert, müssen ständig für Notfälle einsatzbereit sein und tragen eine große medizinische und moralische Verantwortung für ihre Patienten.

Damit sind sie sehr anfällig für diejenigen Gesundheitsprobleme, die laut einer aktuellen Studie des Analysehauses Morgen & Morgen die beiden häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind: Jeder dritte bis vierte Fall von Berufsunfähigkeit in Deutschland wird durch psychische Probleme und Erkrankungen des Nervensystems ausgelöst. Mehr als jeder fünfte Betroffene wird durch eine Erkrankung des Skelett- und Bewegungsapparates berufsunfähig.

Dass Pflegeberufe besonders gefährdet sind, zeigt auch eine Statistik des Analysedienstes Map-Report. Demnach werden fast vier von zehn Krankenschwestern und Krankenpflegern noch vor dem Rentenalter berufsunfähig. Aus diesem Grund stufen die meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen das Pflegepersonal in eine sehr hohe Risikogruppe ein.

Kosten einer BU für Krankenschwestern und Krankenpfleger

Obwohl Krankenschwestern und Krankenpfleger deutlich weniger verdienen als Ärzte, können ihre Beiträge für die private Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zu den Durchschnittsprämien doppelt bis dreifach so hoch ausfallen. Grund ist, dass sie von den meisten Versicherungsgesellschaften in eine höhere Risikogruppe eingestuft werden. Dennoch oder genau deshalb sollten Mitglieder dieser Berufsgruppe nicht auf die private Vorsorge verzichten. Die Gefahr, im Laufe ihres Lebens von Berufsunfähigkeit betroffen zu sein, ist bei ihnen sehr groß. Ohne den entsprechenden Versicherungsschutz können die finanziellen Konsequenzen von Berufsunfähigkeit untragbar werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten lassen sich durch zwei grundlegende Maßnahmen reduzieren, die keinerlei negative Auswirkungen auf die Leistungen haben. Zunächst sollten die Tarife der einzelnen Anbieter genau verglichen werden. Einige Gesellschaften stufen Krankenschwestern und Krankenpfleger in eine etwas niedrigere Risikogruppe ein, was die Höhe der Prämien senkt.  Um den günstigsten Anbieter zu finden, sollte man sich mittels Tarifrechner, Verbrauchertests und individueller Beratung durch Versicherungsexperten genauestens informieren.

Eine weitere Möglichkeit, die Kosten niedrig zu halten, ist der frühe Abschluss einer BU-Police. Je jünger Versicherte beim Einstieg in eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind, desto seltener haben sie bereits Vorerkrankungen und desto niedriger sind auch ihre Beiträge. Gleichzeitig sind sie prinzipiell länger gegen Berufsunfähigkeit geschützt, was für den Beruf der Krankenschwester oder des Krankenpflegers besonders wichtig ist.

BU-Leistungen für Krankenschwestern und Krankenpfleger

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen sind für Krankenschwestern und Krankenpfleger deutlich höher als die der gesetzlichen Rentenversicherung. Tatsächlich zahlt der Staat nicht bei Berufsunfähigkeit, sondern nur bei Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit. Dies bedeutet für einen berufsunfähigen Krankenpfleger mit Rückenproblemen, dass sie nur dann mit Unterstützung von Seiten der Versicherung rechnen kann, wenn sie in gar keinem Beruf mehr arbeiten kann. Ist sie beispielsweise noch in der Lage, eine Vollzeittätigkeit als Telefonistin oder Fahrerin auszuüben, zahlt die Deutsche Rentenversicherung nichts.

Erst wenn für sie keine Tätigkeit mehr als drei beziehungsweise sechs Stunden möglich ist, kann die Krankenschwester mit einer Rente wegen Erwerbminderung rechnen. Diese beträgt jedoch meist nicht mehr als 15 bis 30 Prozent des letzten Bruttogehalts. Da dieses gerade bei jüngeren Krankenschwestern und Krankenpflegern verhältnismäßig niedrig ausfällt, ist die finanzielle Versorgungslücke bei Berufsunfähigkeit groß. Insbesondere eine Familie kann davon nicht ernährt werden. Berufseinsteiger haben darüber hinaus ein weiteres Problem: Sie haben erst dann Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn sie mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Krankenpfleger sollten daher unbedingt mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorsorgen. In einer privaten Police können sie mit der Versicherungsgesellschaft eine individuelle monatliche BU-Rente vereinbaren, die ihren finanziellen Ansprüchen genügt. Damit können sie die vom Staat gewährten Leistungen gegebenenfalls ergänzen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt Krankenschwestern und Krankenpflegern die BU-Rente bereits dann, wenn sie ihren Beruf für voraussichtlich sechs Monate nur noch zu 50 Prozent oder weniger ausüben können. Anders als die gesetzliche Rentenversicherung versichert die private Berufsunfähigkeitsversicherung den konkreten Beruf der Krankenschwester oder des Krankenpflegers. Dies bedeutet, dass Versicherte in der Regel nicht genötigt sind, eine andere Tätigkeit auszuüben als die, die sie gelernt haben.

Was Krankenschwestern und Krankenpfleger beachten müssen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Krankenschwestern und Krankenpfleger kann sowohl günstige als auch ungünstige Versicherungsbedingungen enthalten. Sehr sinnvoll ist eine sogenannte Infektionsklausel. Ist sie Bestandteil des Vertrags, bedeutet dies für den Versicherten eine erweitere Leistung: Die Versicherung zahlt dann auch eine Berufsunfähigkeitsrente, wenn er zwar noch fähig ist zu arbeiten, von ihm aber eine Ansteckungsgefahr für Patienten ausgeht. Dabei muss es sich um ein behördliches Tätigkeitsverbot handeln, welches für mindestens sechs Monate verhängt wird.

Abstand sollte das Pflegepersonal hingegen von solchen Anbietern nehmen, die nicht auf die abstrakte Verweisung verzichten. Enthält der Versicherungsvertrag eine Verweisungsklausel, so kann die Gesellschaft die Leistung verweigern, wenn der Versicherte noch imstande ist, einen anderen, zumutbaren Beruf auszuüben. Bei solch einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist ähnlich wie bei der gesetzlichen Rentenkasse der konkrete Pflegeberuf nicht geschützt.

Krankenschwestern sollten weiterhin darauf achten, dass die Vertrags- und Leistungsdauer ausreichend lang gewählt sind. Zwar wirken sich kurze Laufzeiten kostenmindernd auf die Beiträge aus. Damit vor dem Renteneinstiegsalter keine Versorgungslücke entstehen kann, sollten der Versicherungsschutz und die Rentenzahlung jedoch mindestens bis zum Alter von 65 Jahren bestehen, im Optimalfall sogar bis 67 Jahre.

Auch bei der verpflichtenden Gesundheitsprüfung ist Vorsicht geboten. Zwar wissen Krankenschwestern und Krankenpfleger aufgrund ihrer Fachkenntnisse ganz genau, welche Langzeitfolgen bestimmte Vorerkrankungen haben können. Die Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen sollten sie jedoch unbedingt wahrheitsgemäß beantworten, auch wenn gegebenenfalls Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse drohen.

Andernfalls hat der Versicherer das Recht, den Vertrag nachträglich wegen Anzeigenpflichtverletzung zu kündigen. In einem solchen Fall nimmt er gleichzeitig einen Eintrag in das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft vor. Dies führt nicht nur zum Verlust des aktuellen Versicherungsschutzes. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch keine andere Gesellschaft dem Betroffenen jemals wieder eine Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten.

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