Berufsunfähigkeits-
versicherung
Ratgeber

Welche Leistungen kann ich erwarten? Wie kann ich mich zusätzlich absichern? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen: Was kann man erwarten?

Nicht jeder Erwerbstätige hat Anspruch auf staatliche Unterstützung, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Diejenigen, die dennoch eine Erwerbminderungsrente erhalten, können damit meist nur einen Bruchteil ihres individuellen Lebensstandards abdecken. Die Kombination der gesetzlichen Leistungen mit denen einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann vor einem Leben an der Armutsgrenze schützen. 

Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen
Mit welchen Berufsunfähigkeitsversicherung
Leistungen kann man rechnen?

Was leistet der Staat bei Berufsunfähigkeit?

Die gesetzliche Rentenversicherung versichert prinzipiell keinen bestimmten Beruf, sondern erbringt Leistungen erst bei Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit. In beiden Fällen erhalten berechtigte Personen eine Erwerbsminderungsrente. Ausschließlich gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf diese Leistung. Dafür müssen sie allerdings mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Freiberufler und Selbstständige können kaum mit Leistungen rechnen, da sie diese Beiträge meist gar nicht leisten.

Die Erwerbsminderungsrente beträgt selbst bei vollem Anspruch meist nicht mehr als 30 Prozent des vorherigen Bruttolohns. Gesetzlich Versicherte können diese Leistung nur dann erhalten, wenn sie in keinem Beruf mehr als drei Stunden täglich arbeiten können – nicht in ihrem eigenen und auch nicht in irgendeinem anderen. 

Bei einer Arbeitstauglichkeit von 3 bis 6 Stunden täglich liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor. Hier beträgt die Rente durchschnittlich nur noch 15 Prozent des ehemaligen Bruttolohns. Ist ein entsprechender Teilzeitplatz auf dem Arbeitsmarkt nicht verfügbar, kann die Deutsche Rentenversicherung in Einzelfällen auch die volle Erwerbsminderungsrente zahlen.

Personen, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden, haben auf Grundlage einer Vertrauensschutzregelung das Recht auf Auszahlung einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung durch Berufsunfähigkeit, das heißt auf eine Art gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente. Wie bei der privaten Versicherung bezieht sich der Leistungsfall nicht auf die grundsätzliche Erwerbsfähigkeit, sondern auf die Ausübung des eigenen Berufs. Wenn dieser nicht mehr als 6 Stunden täglich ausgeübt werden kann, prüft die Deutsche Rentenversicherung dennoch zunächst – ähnlich der Klausel der abstrakten Verweisung bei privaten Gesellschaften – ob eine andere Tätigkeit oder gar eine Umschulung zumutbar sind. 

Welche Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen bietet eine private Versicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung leistet erst dann, wenn die betroffene Person überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung erbringt hingegen Leistungen, wenn der Versicherte seinen eigenen Beruf nicht mehr ausüben kann. So wird er davor bewahrt, eine andere Tätigkeit aufzunehmen als die, die er gelernt hat.

Bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung bestehen die Leistungen vor allem in der Zahlung einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente. Diese kann der Kunde individuell und gemeinsam mit dem Versicherer festlegen. Ziel dabei ist, die sogenannte Vorsorgelücke zu schließen. Darunter versteht man die Differenz zwischen seinem finanziellen Bedarf und dem tatsächlichen Einkommen, etwa durch Vermietung von Eigentum oder den Erhalt der staatlichen Erwerbsminderungsrente.

Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte folglich möglichst genau dieser Differenz entsprechen. Als Faustregel wird Berufstätigen deshalb oft empfohlen, etwa 50 bis 60, maximal aber 80 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens zu versichern. Eine höhere Summe als das eigene Einkommen zu versichern ist meist nicht möglich. Dennoch besteht hier eine deutlich höhere Absicherung verglichen mit den etwa 30 Prozent, die die gesetzliche Rentenversicherung zahlt.

Welche Bedingungen stellt die Berufsunfähigkeitsversicherung für die Leistungen?

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung erkennt man unter anderem daran, dass die Versicherungsgesellschaft bereits dann zahlt, wenn der Versicherte nur zu 50 Prozent berufsunfähig ist. Auch wer erheblich pflegebedürftig wird, also Pflegestufe 1 besitzt, erfüllt bei den meisten Versicherungen das nötige Kriterium für die Leistungserbringung. 

Ein weiteres Qualitätsmerkmal bei den Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen ist ein kurzer Prognosezeitraum. Dabei handelt es sich um eine ärztliche Einschätzung, wie lange die Berufsunfähigkeit andauern wird. Ist ein Beschäftigter arbeitsunfähig, so zahlt in der Regel zunächst der Arbeitgeber das Gehalt bis zu 6 Wochen weiter, danach springt die Krankenkasse maximal für weitere 72 Wochen ein. Eine gute private Berufsunfähigkeitsversicherung erbringt Leistungen auch dann, wenn der Versicherte voraussichtlich nur sechs Monate lang ununterbrochen berufsunfähig sein wird und für diesen Zeitraum vom Arzt krankgeschrieben ist.

Welche zusätzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen sind möglich?

Neben der Berufsunfähigkeitsrente können auch weitere Zusatzleistungen vertraglich vereinbart werden. Wer sich gegen Berufsunfähigkeit mit einer Zusatzversicherung (BUZ) schützt, kann diese mit einer weiteren Versicherung kombinieren und somit das Leistungsspektrum erweitern. Häufig wird die BUZ zusammen mit einer privaten Lebensversicherung oder einer privaten Rentenversicherung abgeschlossen. 

Schließt die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzleistung auch die Option Dynamik ein, wird die Berufsunfähigkeitsrente im Laufe der Zeit automatisch gegen die Inflation geschützt, indem sie jährlich um einen bestimmten Prozentsatz erhöht wird. Dies bedeutet für den Versicherungsnehmer allerdings neben den erweiterten Leistungen meist auch steigende Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten.

Auch die rückwirkende Anerkennung eines Leistungsfalls zählt nicht immer zu den Standardleistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Ist sie im Tarif vorhanden, bedeutet dies, dass die Versicherung die BU-Rente rückwirkend zahlt, auch wenn zu Beginn der Berufsunfähigkeit noch keine ärztliche Diagnose oder Prognose vorlag. 

Eine weitere mögliche Zusatzleistung ist die Berufsunfähigkeitsversicherung Nachversicherungsgarantie. Mit dieser Option kann die Police an neue Lebensumstände angepasst werden, etwa durch die Erhöhung der BU-Rente. Eine erneute Gesundheitsprüfung ist dabei meist nicht notwendig.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen verweigern?

Bei bestimmten Risiken oder Vorerkrankungen kann die Berufsunfähigkeitsversicherung die Leistungen von vorneherein ausschließen. Hat sich etwa bei der Antragsstellung durch die Beantwortung der Berufsunfähigkeitsversicherung Gesundheitsfragen herausgestellt, dass der Versicherte unter einem Tinnitus leidet, so kann der Versicherer ihm anstelle einer vollständigen Ablehnung einen Leistungssauschluss anbieten. Kommt es aufgrund des Tinnitus später zur Berufsunfähigkeit, so muss die Versicherung keine BU-Rente zahlen. Hat die Berufsunfähigkeit jedoch eine andere Ursache, so wird die Versicherung in der Regel auch die vereinbarten Leistungen erbringen.

Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen können auch im Rahmen einer konkreten oder abstrakten Verweisung verweigert werden. Hier gilt wie bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente: Die Versicherung kann die betroffene Person zunächst auffordern, einen anderen Beruf auszuüben. Ist die Person dazu noch fähig, zahlt die Versicherung die Berufsunfähigkeitsrente nicht aus. Der ausdrückliche Verzicht auf das Verweisungsrecht ist daher ein Qualitätsmerkmal für eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung.

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