Berufsunfähigkeits-
versicherung
Ratgeber

Ist eine BU für mich sinnvoll? Welche Ursachen führen zur Berufsunfähigkeit? Diese und weitere Fragen werden hier beantwortet.

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Jeder Mensch kann durch unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheiten oder Unfälle dauerhaft berufsunfähig werden. Statistisch gesehen trifft dieses Schicksal jeden vierten Erwerbstätigen noch vor dem Renteneintrittsalter. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist immer dann sinnvoll, wenn nicht genug privates Vermögen existiert, um auf unbestimmte Zeit davon leben zu können. Diese finanzielle Unsicherheit trifft auf die meisten Menschen zu.

Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist
in den meisten Fällen sinnvoll.

Was sind die Ursachen von Berufsunfähigkeit?

Gemäß einer Studie der Analysten von Morgen & Morgen (2015) sind Nervenkrankheiten und psychische Probleme die häufigste Ursache von Berufsunfähigkeit. Rund 29 Prozent aller Fälle lassen sich auf psychische Ursachen zurückführen. Insbesondere Depressionen und in der weiteren Folge der Symptomkomplex ‚Burnout‘ treten in sämtlichen Berufsgruppen mit steigender Tendenz auf. Weitere verbreitete Nervenkrankheiten sind Angst- oder Panikstörungen, Essstörungen und Suchtkrankheiten. Menschen ab 51 Jahren werden häufiger durch psychische Krankheiten berufsunfähig als jüngere Personen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann daher gerade für diese Altersgruppe einen sinnvollen Schutz darstellen. Doch sollte diese im Idealfall bereits in jungen Jahren abgeschlossen werden. So kann bei den monatlichen Berufsunfähigkeitsversicherung Kosten deutlich gespart werden.

In circa 21 Prozent der Fälle tritt Berufsunfähigkeit durch Beschwerden am Bewegungsapparat ein. Die betrifft die Wirbelsäule, die Gelenke, Muskeln oder Knochen. Alte Menschen stellen hier längst nicht die größte Risikogruppe dar. Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates sind bei Personen unter 40 Jahren häufiger ein Grund für Berufsunfähigkeit, als bei älteren Arbeitnehmern. Daher kann es auch für jüngere Menschen sinnvoll sein, sich Gedanken um eine mögliche Berufsunfähigkeit zu machen.

Bei rund 16 Prozent aller Berufsunfähigen lautet die Diagnose Krebs oder andere bösartige Geschwülste. Solche schweren Erkrankungen können zwar durch die Arbeit mit Schadstoffen begünstigt werden, treten jedoch auch unabhängig davon in allen Alters- und Berufsgruppen auf. Bei Menschen zwischen 41 und 50 Jahren führen Tumorerkrankungen häufiger zum Verlust der Berufsfähigkeit als in anderen Altersgruppen.

In etwa 9 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit ist der Grund ein Unfall. Unfälle können sowohl bei Personen mit vorwiegend körperlicher Arbeit passieren als auch bei Menschen mit Bürotätigkeit. Am häufigsten ereignen sich Unfälle in der Freizeit. So verwundert es nicht, dass bei Untervierzigjährigen dreimal häufiger ein Unfall die Ursache für Berufsunfähigkeit ist als bei Personen ab 51 Jahren und zweimal häufiger als bei Menschen zwischen 41 und 50 Jahren. Junge Menschen haben einen vergleichsweise aktiveren Lebensstil und somit deutlich mehr Gelegenheiten, einen Unfall zu erleiden.

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind bei rund 7 Prozent der Berufsunfähigen die Ursache. Dazu zählen unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Personen ab 41 Jahren etwa doppelt so häufig die Ursache für Berufsunfähigkeit wie bei der jüngeren Altersgruppe.

Sonstige Erkrankungen machen gemäß der Studie von Morgen & Morgen (2015) etwa einen Anteil von 16 Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit aus. 

Bersufunfähigkeitsversicherung sinnvoll - Ursachen

Wie schützt der Staat vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit?

Obwohl der Verlust der Berufsfähigkeit ein flächendeckendes Phänomen ist, leistet der Staat nur eine geringfügige finanzielle Unterstützung, die außerdem an strenge Bedingungen geknüpft ist. Daher kann es für viele Personen sinnvoll sein, eine gesonderte private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. 

Um zu verstehen, was die staatlichen Leistungen umfassen, muss man sich zunächst einiger kleiner aber bedeutsamer Begriffsunterschiede bewusst sein:

  • Arbeitsunfähigkeit bezeichnet eine vorübergehende Unfähigkeit, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen
  • Berufsunfähigkeit bedeutet, dass der eigene Beruf dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann.
  • Eine Erwerbsminderung besteht, wenn der eigene oder ein alternativer Beruf nur in geringem Maße ausgeübt werden kann.
  • Von Erwerbsunfähigkeit spricht man, wenn der eigene oder ein alternativer Beruf dauerhaft nicht mehr ausgeübt werden kann. 

Von der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten Versicherte keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern maximal eine Erwerbsminderungsrente. Gesetzlich Versicherte erhalten die volle Erwerbsminderungsrente nur dann, wenn sie in keinem Beruf mehr als drei Stunden täglich arbeiten können – nicht in ihrem eigenen und auch nicht in irgendeinem anderen. Bei einer Arbeitstauglichkeit von 3 bis 6 Stunden pro Tag liegt eine teilweise Erwerbsminderung vor.

Der Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente kann ausschließlich von gesetzlich rentenversicherten Personen geltend gemacht werden und wird erst dann erfüllt, wenn sie mindestens fünf Jahre lang eingezahlt haben. Die volle Erwerbsminderungsrente beträgt meist nicht mehr als 30 Prozent des letzten Bruttolohns. Bei einer teilweisen Erwerbsminderung beträgt die Rente im Schnitt nur 15 Prozent des ehemaligen Bruttolohns. Um den ursprünglichen finanziellen Standard im Falle einer Berufsunfähigkeit aufrechterhalten zu können ist es daher sinnvoll, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Wie verbreitet ist die private Berufsunfähigkeitsversicherung in Deutschland?

Der Staat schützt nur geringfügig vor den finanziellen Konsequenzen von Berufsunfähigkeit. Die Statistik zu den Ursachen von Berufsunfähigkeit macht aber deutlich, dass es jeden Menschen unabhängig vom Alter treffen kann. Arbeitnehmer mit einem vorwiegend körperlichen Beruf haben zwar tendenziell ein höheres Risiko, auch körperlich zu erkranken. Psychische Krankheiten, die die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind, können aber alle Menschen treffen, ob auf der Baustelle oder im Büro. 

Wer heute in den Beruf einsteigt, wird statistisch betrachtet mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent bis zum Renteneintrittsalter berufsunfähig. Diese Zahl lässt es sinnvoll erscheinen, sich für den Ernstfall in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell abzusichern.Dennoch zögern viele Menschen, eine BU abzuschließen. Zu unangenehm ist der Gedanke, irgendwann einmal nicht mehr in der Gesellschaft zu funktionieren und in finanzielle Abhängigkeit zu geraten. So haben aktuell nur 29 Prozent aller Deutschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. 

Wann ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung soll vor der sogenannten Vorsorgelücke schützen. Als solche bezeichnet man die Differenz zwischen dem finanziellen Bedarf und dem tatsächlich zur Verfügung stehenden Einkommen. Berufsunfähigkeit kann jeden Menschen zu jeder Zeit treffen, aber gerade in jungen Jahren existieren oft noch zu wenige Rücklagen, um diese Versorgungslücke zu schließen. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit, noch vor der Rente seine Berufsfähigkeit zu verlieren, bei ihnen statistisch am höchsten. 

Eine entsprechende Versicherung sollte daher möglichst früh, etwa als Azubi oder als Student, abgeschlossen werden. In vielen Fällen ist es sogar möglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abzuschließen. Der Vorteil in diesen Fällen: Je geringer das Einstiegsalter in eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist, desto geringer sind auch die monatlichen Beitragszahlungen. Die Gründe dafür sind einerseits, dass jüngere Menschen meist eine gute Gesundheit sowie weniger Vorerkrankungen haben und ein niedrigeres altersbedingtes Risiko besitzen, berufsunfähig zu werden. Andererseits zahlen sie auch bis zum Renteneintrittsalter insgesamt länger in die Berufsunfähigkeitsversicherung ein.

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung weniger sinnvoll?

Für Personen, die dauerhafte Einkünfte aus Vermietung von Eigentum oder aus privatem Kapitalvermögen beziehen, kann in vielen Fällen der Verzicht auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll sein. Minijobbern und Hartz-IV-Empfängern ist vom Abschluss einer BU sogar abzuraten. Sie können sich meist nicht die Beiträge leisten, die für eine spätere Berufsunfähigkeitsrente von monatlich 1.000 Euro zu erbringen sind. Berufsunfähigkeitsrenten in geringerer Höhe sind dagegen nicht sinnvoll, da sie den Lebensstandard nicht aufrechterhalten können. Wer bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat und arbeitslos wird, kann auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung Beitragsfreistellung beantragen.

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