Abgestraft & Abgemahnt

Abgestraft und Abgemahnt
Abgestraft & Abgemahnt
So riskant leben SEOs
  • Risiken verständlich erklärt für SEO-Dienstleister
  • Kostspieligen Ärger von Anfang an vermeiden
  • Richtig absichern für den Ernstfall
 
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Abgestraft und Abgemahnt - So riskant leben SEOs

„Was ist eigentlich ein Suchmaschinenoptimierer?“, fragt Karl Kratz. Und gibt die Antwort im Vorwort der Infobroschüre prompt selbst: Ein SEO ist unter anderem jemand, der die rechtlichen Grundlagen seiner Arbeit kennt und der zwischen Regeln und Gesetzen unterscheiden kann. Und ein SEO ist auch jemand, der seine Auftraggeber unermüdlich aufklärt – auch mit Blick auf seine eigene Absicherung.

So riskant leben SEOs

Damit sind wir auch schon bei der Frage, was denn so alles schiefgehen kann, wenn Suchmaschinenoptimierung im Auftrag eines Kunden geschieht. Eines dazu gleich vorweg: Google ist garantiert nicht das einzige Risiko, das dabei bedacht werden will. SEO-Dienstleister sind in jedem Fall gut beraten, sich frühzeitig mit den Gefahren zu beschäftigen, die das Tagesgeschäft für sie und für ihre Kunden mit sich bringen kann. Das Wissen, wie teure Fehler von Anfang an vermieden werden können, und die Fähigkeit im Ernstfall schnell und professionell zu reagieren, ist heutzutage Gold wert.

Da wäre zunächst mal die Abmahnung. Die kostet den Kunden Zeit, Geld und Nerven. Das muss für den SEO-Dienstleister natürlich noch kein Weltuntergang sein. Richtig unangenehm kann es für ihn aber dann werden, wenn der Kunde nach einer urheber-, marken- oder wettbewerbsrechtlichen Abmahnung eine Unterlassungserklärung unterzeichnet und der SEO im Anschluss gegen genau diese Unterlassungserklärung verstößt. Hier wäre schnell eine hohe Vertragsstrafe die Folge, die der Auftraggeber dann womöglich vom Dienstleister bezahlt sehen will. Auch wenn SEOs natürlich keine Rechtsberatung erbringen, sollten sie wissen, wie sich ein solcher Fall möglichst vermeiden lässt – vor allem auch, um sich am Ende selbst zu schützen.

Abstrafung
Kann eine SEO-Agentur für eine Penalty
verantwortlich gemacht werden?

Viel diskutiert wurde zuletzt auch die Frage, ob eine SEO-Agentur haftbar für eine Abstrafung gemacht werden kann. Wenn sich Sichtbarkeit, Traffic und Umsatz über die Website des Kunden gänzlich anders entwickeln als eigentlich geplant, dann wird der Kunde den Fehler womöglich sehr schnell bei seinem Dienstleister suchen. Ärger mit unzufriedenen oder nicht zahlenden Kunden kann es aber natürlich auch ohne den massiven Rankingverlust geben. Hier entscheidet dann vor allem die richtige Vertragsgestaltung, wer im Streitfall sein gutes Recht durchsetzen kann.

„Es wird immer Agenturen geben, die nicht dazulernen (wollen)“

Zwar hat sich in der Wahrnehmung der Risiken in der SEO-Szene zuletzt schon etwas geändert, sagt Maik Metzen, Geschäftsführer der Berliner Agentur AKM3 GmbH. Dennoch wird es immer wieder Agenturen geben, die mit ihren Dienstleistungen die Kunden gefährden. Im Interview erklärt der Spezialist für internationales SEO, wieso manche Agenturen der gesamten Szene schaden, wenn sie ihren Kunden das Blaue vom Himmel versprechen. „Es wird immer Agenturen geben, die nicht dazulernen (wollen)“, sagt er. Und: „Auch wenn das wohl eher die Ausnahme ist, ist ein gewisses Haftungsrisiko sicherlich real.“

„Viele nehmen Verträge viel zu sehr auf die leichte Schulter“

Doch nicht nur aus Agentursicht, sondern auch aus der Perspektive des Kunden ist es spannend, über die Risiken von SEO zu sprechen. Torsten Tromm, Head of SEO und Head of Customer Intelligence bei Chefkoch.de, hat die Erfahrung gemacht, dass viele Unternehmer Verträge „viel zu sehr auf die leichte Schulter“ nehmen. „Da werden AGB nicht gelesen und Verträge mehr oder weniger blind unterschrieben“, berichtet er im Interview. Als Inhouse-SEO erklärt er, welche Erwartungen ein Dienstleister in seinen Augen unbedingt erfüllen muss und wieso vor allem auch die richtige Kommunikation zwischen einer Agentur und ihrem Auftraggeber eine so große Rolle spielt.

„Ein Schadensersatzanspruch ist durchaus denkbar“

google Abstafung
Durch SEO-Tätigkeiten bereits
mit einem Bein im Knast?

„Die Kunden erwarten heutzutage einfach seriöse Leistungen“, bestätigt in diesem Zusammenhang auch der IT-Rechtsexperte Dr. Martin Schirmbacher von HÄRTING Rechtsanwälte in der Infobroschüre. Er sieht, dass die SEO-Szene in den letzten Jahren deutlich professioneller geworden ist und dass viele Kunden mittlerweile keine zweifelhaften SEO-Methoden mehr erlauben. Auf die Frage, ob Agenturkunden bei einem massiven Rankingverlust einen Schadensersatzanspruch gegen ihren Dienstleister geltend machen können, antwortet der Fachanwalt für Informationstechnologierecht: „Es ist grundsätzlich denkbar, dass es einen Schadensersatzanspruch gibt. Die Hürden des Kunden, diesen durchzusetzen, sind allerdings immens.“

Im Interview gibt der Rechtsanwalt eine ganze Menge Tipps zur richtigen Vertragsgestaltung für SEO-Agenturen und für deren Kunden. Er erklärt, welche Möglichkeiten Unternehmen haben, wenn sie mit einer Agenturleistung nicht zufrieden sind und welche ernstzunehmenden Risiken insbesondere kleinere Agenturen von Anfang an bedenken sollten. Unter anderem betont er dabei: „Ein Rankingverlust ist nun mal ein Risiko, das man nicht wegreden kann und das auch nicht verschwindet, indem man nicht darüber redet.“

Die Gefahren beim Video-SEO

Auch im Bereich Video-Content warten auf SEOs allerlei rechtliche Gefahren. Diese überschneiden sich zu Teilen mit den Risiken des „traditionellen“ SEO. Es gibt jedoch einige Besonderheiten, über die sich jeder SEO beim Umgang mit Videos im Klaren sein sollte. Dies fängt bereits bei den Dreharbeiten an. Und auch beim Einbetten fremder Inhalte auf der eigenen Seite müssen einige Regeln beachtet werden. Sonst flattern eine Abmahnung oder eine Schadensersatzforderung schneller ins Haus, als einen lieb ist. Doch hält man sich an alle Regeln, kann der Einsatz von Video-Content jede Seite aufwerten.

Dass sich die Nutzung von Video-Content für SEOs lohnt, zeigt der Online-Marketing-Experte Björn Tantau in einem Interview auf. Darin erklärt er die Chancen für Websitebetreiber durch die Video-Plattform YouTube und weist gleichzeitig darauf hin, welche Fehler tunlichst vermieden werden sollten.

So können SEOs ihr Risiko minimieren

Da sich gerade SEOs in einem äußerst dynamischen Umfeld bewegen, ist es für sie besonders wichtig, mögliche Gefahren für ihre Kunden und damit womöglich auch für ihre eigene Existenz zu bedenken. Eine Musterlösung, wie sich alle nur denkbaren Risiken möglichst umgehen lassen, gibt es hier natürlich nicht. Ein paar gute Ratschläge helfen aber ganz sicher dabei, einige SEO-typische Risiken zumindest zu reduzieren und großen Ärger mit Google, mit dem Gesetz und mit den Kunden zu vermeiden. Ein wesentlicher Tipp ist dabei ganz gewiss: SEO-Dienstleister sollten sich frühzeitig Gedanken machen, wann es für sie tatsächlich mal brenzlig werden könnte – und dann natürlich entsprechend vorsorgen! So ist es beispielsweise ratsam finanzielle Rücklagen für den Ernstfall zu bilden und sich um einen sinnvollen Versicherungsschutz zu kümmern. Ob und wann zum Beispiel eine Berufshaftpflichtversicherung greift oder eine Rechtsschutzversicherung weiterhelfen kann, sollte jeder SEO-Dienstleister möglichst in Erfahrung bringen, bevor es zu spät ist. Wer die Infobroschüre liest, ist anschließend auf jeden Fall ein Stückchen besser vorbereitet…