PKV Wechsel bei Beitragserhöhung

Wann lohnt sich ein Wechsel aus GKV und innerhalb der PKV?
PKV Wechsel bei Beitragserhöhung
  • Großes Sparpotenzial beim Wechsel
  • Bei langer Mitgliedschaft lohnt Wechsel nicht immer
  • Altersrückstellungen senken hohe Kosten im Alter
  • Auch Tarifoptimierungen können helfen

Warum ein PKV Wechsel?

In einzelnen Tarifen der privaten Krankenversicherung (PKV) kann es zu erheblichen Beitragssteigerungen kommen. Nicht wenige Versicherte wünschen sich da eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Oder den Wechsel in einen günstigeren PKV Tarif. Doch unter welchen Bedingungen ist dies möglich?

Von der privaten Krankenversicherung zurück in die gesetzliche Krankenkasse

In den meisten Fällen ist es nicht möglich in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren, denn der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass der Wechsel von der GKV in die PKV oft eine Entscheidung für das ganze Leben ist. Der Wechsel zurück in die GKV bleibt Ihnen demnach in der Regel verwehrt. Doch unter bestimmten Umständen können Privatversicherte zurück in eine GKV: Arbeitnehmer müssten etwa mit ihrem Bruttoeinkommen wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fallen. Die Versicherungspflichtgrenze liegt im Jahr 2016 bei 56.250 Euro im Jahr beziehungsweise bei 4.687,50 Euro im Monat. Wer als privatversicherter Arbeitnehmer durch Gehaltseinbußen oder Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze wieder unter den aktuellen Wert fällt, landet im Übrigen automatisch wieder in der GKV.

Selbständige und Freiberufler haben hingegen meist nur die Option wieder eine versicherungspflichtige Anstellung aufzunehmen, um in die GKV zu kommen. Wer allerdings das 55. Lebensjahr vollendet hat, kann im Regelfall auch unter diesen Bedingungen nicht in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Hier empfiehlt sich ein Wechsel in einen günstigeren PKV Tarif.

PKV Wechsel bei Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung

Beitragserhöhungen sind für privat Versicherte jedes Jahr möglich, da die Versicherer, um wirtschaftlich arbeiten zu können, die Beitragshöhen entsprechend der anfallenden Ausgaben kalkulieren müssen. Besonders dann, wenn die Tarifanpassungen zu erheblichen Beitragserhöhungen für Sie führen, sollten Sie dies jedoch nicht einfach hinnehmen. Denn oft ist Ihr jeweiliger Tarif einfach veraltet. Ein PKV Wechsel zu einem anderen Anbieter lohnt sich jedoch nur in wenigen Fällen.

Wichtigstes Kriterium bei einem PKV Wechsel

Anders als in der GKV orientieren sich die Beiträge zur PKV auch an Ihrem Alter. Dies würde für viele Tarife eine Kostenexplosion mit steigendem Alter bedeuten. Um das zu verhindern beziehungsweise abzumildern, berechnet die Krankenversicherung Ihnen als Versicherten schon in jungen Jahren Rückstellungen. Damit zahlen Sie mehr als eigentlich für die durchschnittliche Gesundheitsversorgung in Ihrem Alter notwendig wäre. Diese Altersrückstellungen werden später dafür genutzt, um die altersbedingte Kostensteigerung zu verringern. Je länger Sie also bei Ihrer PKV versichert ist, desto mehr haben sich bereits entsprechende Altersrückstellungen angesammelt. Diese können jedoch nicht immer bei einem PKV Wechsel zu einem anderen Anbieter mitgenommen werden. Je nachdem, seit wann Sie PKV-Mitglied sind, kann ein Wechsel der Krankenversicherung einerseits den Verlust der Altersrückstellungen und andererseits höhere Kostensteigerungen im Alter zur Folge habe

 

Für Neukunden ab 2009 ist das höhere Eintritts­alter beim Wechsel kein so großes Hindernis mehr. Die Versicherer müssen ihnen nach einer Kündigung den Anteil der Alterungs­rück­stel­lungen mitgeben, die für Leistungen im Umfang des Basis­tarifs erforderlich sind.

Stiftung Warentest

Wann lohnt sich ein PKV Wechsel zu einem neuen Anbieter

Privatversicherte, die erst seit wenigen Jahren in der privaten Krankenversicherung versichert sind, können bei einem Wechsel zu einem anderen PKV Anbieter profitieren. Insbesondere wenn der alte Vertrag im Jahr 2009 oder später abgeschlossen wurde, können die Altersrückstellungen mitgenommen werden. Wichtig beim PKV Wechsel ist es jedoch, einen Tarif zu finden, der dann auch dauerhaft gute Leistungen zu einem günstigen Preis bietet. Daher ist es sinnvoll bei einem Wechsel von PKV zu PKV einen Experten zu Rate zu ziehen. Auch wer erstmalig eine private Krankenversicherung abschließt und von der GKV in die PKV wechselt, kann von einer solchen Beratung profitieren.

PKV Wechsel beim gleichen Anbieter

Wer bereits seit geraumer Zeit bei seiner privaten Krankenversicherung versichert ist, zahlt beim einem Wechsel zu einem neuen Anbieter jedoch mitunter drauf. Hier empfiehlt es sich in den meisten Fällen in einen günstigeren Tarif des gleichen Krankenversicherungsanbieters zu wechseln. Allerdings gibt es auch hier einige Tücken. Zum einen verfügen gerade kleinere Anbieter nicht immer über mehrere unterschiedliche Tarife. Hier ist ein Wechsel also kaum möglich. Zum anderen ist es in manchen Fällen schwierig, eine zuverlässige Auskunft über einen kostengünstigeren Tarif bei gleicher Leistung vom Versicherungsunternehmen zu erhalten. Dabei sind die Versicherungsgesellschaften zu einer solchen Auskunft verpflichtet. Kooperiert der Versicherer hier nicht, sollten Sie die Information schriftlich mit einer Frist verlangen.

Wechselmöglichkeiten im Alter

Für ältere Versicherte lohnt sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter fast nie. Denn einerseits haben sie in der Regel bereits Rückstellungen angesammelt, andererseits liegen bei ihnen meist Vorerkrankungen vor. Da sie diese bei einer Gesundheitsprüfung angeben müssen, führt das zu Risikozuschlägen. Kunden über 60 Jahre müssen über geeignete Wechseltarife informiert werden. Allerdings sind hier manchmal der PKV Basistarif oder der Standardtarif die einzigen Alternativen. Denn die Rückkehr zur GKV ist in der Regel nicht möglich.

 

Redaktions-Tipp

Achten Sie bei einem neuen Tarif oder beim Wechsel von GKV zu PKV auch auf den genauen Leistungsumfang. Insbesondere wenn Sie einen hohen Wert auf Sonderleistungen legen, sollten Sie hier sorgfältig vergleichen und keine Kompromisse eingehen.

Voraussetzungen erfüllt - Worauf sollten Sie achten?

Um erheblichen Tarifsteigerungen von Vornherein vorzubeugen, sollten Sie sogenannte Billigtarife vermeiden. In diesen gab es beispielsweise zu Beginn des Jahres 2012 die höchsten Preissteigerungen. Die Versicherungsgesellschaften hatten mit diesen Tarifen vor allem junge Menschen anwerben wollen – in der Hoffnung, die Versicherten wechseln später in einen höherwertigen Tarif. Jedoch ging diese Rechnung nicht auf und die Kosten für die zu günstig kalkulierten Tarife wurden auf die Versicherten umgelegt. Daher sollten Sie bei der Auswahl einem PKV Wechsel auch darauf achten, ob es sich dabei um solch ein Billigangebot oder um einen solide aufgestellten Tarif handelt.

Wechsel von GKV zu PKV

Wer zurzeit noch in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist und überlegt in die PKV zu wechseln, muss zuerst überprüfen, ob die Bedingungen für einen PKV Wechsel erfüllt sind. Selbständige, Freiberufler, Beamte und Studenten können dabei unabhängig von ihrem Einkommen in die private Krankenversicherung wechseln. Als Arbeitnehmer muss man jedoch ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, auch Versicherungspflichtgrenze genannt, verfügen. Diese Grenze lag im Jahr 2015 bei 54.900 Euro pro Jahr und ist im Jahr 2016 auf 56.250 Euro angestiegen. Doch sollte der PKV Wechsel nicht unüberlegt erfolgen. Insbesondere bei der Auswahl eines geeigneten Tarifs empfiehlt es sich, die qualifizierte Beratung eines Versicherungsexperten in Anspruch zu nehmen. Denn findet man von Vornherein den optimalen Tarif, muss man sich später keine Gedanken mehr bezüglich eines PKV Wechsels machen.

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