Beziehungsprobleme lösen: Das 1x1 einer glücklichen Partnerschaft 

In Zeiten von Online-Dating ist es scheinbar so einfach wie nie, einen Partner zu finden. Die große Kunst liegt heutzutage darin, langfristig eine schöne, erfüllende Beziehung zu führen. Die Mediatorin Sosan Azad hilft Paaren, über die erste Verliebtheit hinweg miteinander glücklich zu sein. Der Schlüssel zu Beziehungen ohne Liebeskummer ist dabei eine gesunde Kommunikationskultur.

Sosan Azad ist Mediatorin und
Geschäftsführerin bei Streit Entknoten

Jedes Paar hat das eine oder andere Beziehungsproblem. Doch wenn sich Konflikte häufen, Gespräche nur noch in Vorwürfen enden und jede Unterhaltung mit großer Wahrscheinlichkeit zum nächsten Streit führt, sollten Paare handeln. Probleme in Beziehungen sind zwar ganz normal, weiß Sosan Azad, Geschäftsführerin und Mediatorin von „Streit Entknoten“. Sobald jedoch die Partnerschaft zur Last wird oder eine ernsthafte Beziehung gar nicht erst möglich ist, sollte jeder, der das möchte, an sich und an der Zweisamkeit arbeiten. Die Mediatorin gibt im Folgenden Tipps, wie Paare typische Beziehungsprobleme lösen können.

Beziehungsprobleme: Ich höre was, was du nicht sagst

Wenn Paare schon eine Weile zusammen sind, haben sie oft eine vorgefertigte Meinung zur Einstellung des anderen, so Azad. Dadurch hören sie sich gar nicht mehr richtig zu, sondern interpretieren Aussagen und Handlungen. „Ich erlebe es häufig, wie sich Partner Vorwürfe an den Kopf werfen“, sagt die Mediatorin. „Dabei kommt es meist zu generalisierenden Aussagen wie ‚Du denkst doch sowieso nie an mich‘ oder ‚Du kümmerst dich nie um den Haushalt‘. Für die gemeinsamen Probleme wird dann jeweils das Fehlverhalten des anderen verantwortlich gemacht.“

Obwohl fehlerhafte Kommunikation ein „Klassiker unter den Beziehungsproblemen“ ist, muss jedes Paar eine individuelle Lösung finden. Eine Mediation kann dabei helfen, Konflikte zu analysieren und einen alltagstauglichen Umgang mit den wiederkehrenden Situationen zu üben.

Experten-Tipp von Sosan Azad: Finden Sie heraus, ob Ihre eigene Wahrnehmung der Situation die gleiche wie die Ihres Partners ist. Dafür können Sie und Ihr Partner die Situation in Ich-Botschaften nacherzählen. Haben Sie den Streit unterschiedlich wahrgenommen, können Sie die Reaktion des anderen besser verstehen.

Beziehungsprobleme lösen: Den Partner richtig verstehen lernen

In Beziehungen gibt es Dynamiken, die sich über die Zeit entwickeln und verändern. Mal braucht der eine Partner mehr Aufmerksamkeit und Liebe, mal der andere. „Gerät diese Balance aus dem Gleichgewicht, kann einem Partner die Sicherheit in der Beziehung verloren gehen. Das führt in der Regel zu Verlustängsten und zum sogenannten Klammern“, so Azad.

Darüber hinaus können Paare von vornherein ein unterschiedliches Verständnis von Beziehung in die Partnerschaft mitbringen. „Ich erlebe in meiner Arbeitspraxis, dass einer es als fürsorglich und romantisch empfindet, sich jeden Tag zu treffen und den anderen mehrfach täglich anzurufen. Der Empfänger dieser liebgemeinten Gesten fühlt sich hingegen oft eingeengt und kontrolliert. Unverständnis ist in solchen Situationen von beiden Seiten vorprogrammiert.“

Experten-Tipp von Sosan Azad: Finden Sie heraus, wofür die ständigen Anrufe oder das andauernde Bedürfnis sich zu treffen stehen. Vielleicht muss einfach geklärt werden, dass die Liebe nicht weg ist, wenn ein Anruf ausbleibt. Wenn ein Partner klammert, weil er sich fürchtet, den anderen zu verlieren, ist es ein Irrglaube, dass das Problem gelöst ist, wenn die Anrufe wegfallen. Denn wird der Klammer-Impuls nicht durch den Anruf befriedigt, drückt er sich anderweitig aus und bleibt genauso störend für beide Partner.

Beziehungsprobleme: Es gibt kein Kochrezept, um Konflikte zu lösen

Um Beziehungsprobleme zu lösen, gibt es leider kein Kochrezept, das immer gelingt. Ein wichtiger Teil einer glücklichen Beziehung ohne Liebeskummer ist laut Azad eine gesunde Streitkultur. „Wenn sich zwei Personen streiten, hängt der Ausgang der Meinungsverschiedenheit eng mit dem Streitverhalten der Partner zusammen. Erarbeiten Paare eine funktionierende Streitkultur, tritt eine wünschenswerte Situation ein: Nach dem Streit ist es besser als davor.“ Schimpfen allerdings zwei Menschen aneinander vorbei, bleibt der Versöhnungseffekt aus. Stattdessen breitet sich das frustrierende Gefühl von ‚Das hat doch alles keinen Sinn mehr' aus.

Experten-Tipp von Sosan Azad: Eine gewinnbringende Streitkultur kann eine Beziehung retten. Paare können üben miteinander in Konflikt zu gehen. Mediatoren begleiten diesen Prozess bei Bedarf.

 

Mediation hilft auch, wenn ein Krach zur Scheidung führt 

Manchmal haben Beziehungen keine Zukunft. Sind Sie verheiratet, kommen einige bürokratische Hürden bei einer Scheidung auf Sie zu. Damit die Aufteilung von Haus, Vermögen und Rentenansprüchen nicht im Rosenkrieg endet, kann ein Mediator den Prozess begleiten. Wichtige Informationen finden Sie in der kostenlosen Mediations-Broschüre.

Beziehung retten: So stellen Paare gegenseitigen Respekt wieder her

Die Mediation geht von dem Grundsatz aus, dass es einfacher ist, eine kranke Beziehung gesund zu pflegen als eine tote wiederzubeleben. „Bürgern sich beispielsweise regelmäßige Verletzungen und respektlose Äußerungen wie Beschimpfungen in die Beziehung ein, spüren viele Paare nicht mehr, ob noch ausreichend Liebe für eine gemeinsame Zukunft vorhanden ist. Doch solche Provokationen und Verletzungen sind oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit oder mangelnder Konfliktfähigkeit – und das hat mit vorhandener oder verschwundener Liebe nichts zu tun“, weiß die Expertin.

Gemeinheiten in einer Partnerschaft können auch daher rühren, dass die negativen Gefühle überwiegen und die Beziehung keine Chance auf Heilung hat, weiß Azad. Paare müssen in dieser Phase entscheiden, was sie wollen. Sie können gemeinsam eine Lösung erarbeiten, wie in der Beziehung der Respekt wieder aufgebaut werden kann. „Die Motivation hierfür sind meist gemeinsame Kinder, die unter dem ständigen Krach zu Hause leiden. Die Paare wollen dann einfach nur eine erträgliche Situation für alle Beteiligten herstellen – sozusagen den Schaden begrenzen. Auch für solche Fälle bietet die Mediation Techniken an.“ Gibt es keine Motivation sich wieder zusammenzuraufen, kann eine Trennung die einzige Lösung sein.

Experten-Tipp von Sosan Azad: Paare, die ihre Beziehung retten möchten, sollten Regeln für die Kommunikation miteinander aufstellen. Diese können dann gemeinsam geübt und in den Alltag eingeflochten werden. Das bedarf einer ganzen Menge Disziplin.