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Terminservicestellen: Facharzttermin in höchstens vier Wochen

Am 23. Januar 2016 nehmen die neuen Terminservicestellen ihren Betrieb auf. Ihre Aufgabe: Kassenpatienten innerhalb von vier Wochen einen Termin beim Facharzt ermöglichen. Doch welche Fachärzte besuchen die Deutschen eigentlich am häufigsten, wie funktioniert die Terminvereinbarung und wie viele Fachmediziner gibt es in Deutschland? Hier sind die wichtigsten Fakten rund um die neuen Terminservicestellen zusammengefasst.

Terminservicestellen: Welche Fachärzte besuchen die Deutschen

Die meistbesuchten Fachärzte in Deutschland sind 

  • Augenarzt
  • Frauenarzt
  • Orthopäde
  • Hals-Nasen-Ohren-Arzt
  • Hautarzt

Kassenpatienten, die sich von einem solchen Spezialisten untersuchen lassen, müssen mitunter wochen-, oder gar monatelang auf eine Untersuchung warten. Doch mit endlosen Wartezeiten soll jetzt Schluss sein. Denn die Terminservicestellen sorgen nun für eine zügige Terminvergabe. Sofern kein Fachmediziner in einer zumutbaren Umgebung frei ist, werden Kassenpatienten zu einer ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus geschickt.

Terminservicestellen

Terminservicestelle: Wer darf einen Termin beantragen?

Das Angebot der Terminservicestellen dürfen alle Mitglieder einer Krankenkasse in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist eine Überweisung vom Hausarzt an einen Facharzt. Eine Ausnahmeregelung gibt es für den Besuch beim Augen- oder Frauenarzt – hier ist keine Überweisung notwendig.

Terminservicestelle: So erhalten Kassenpatienten ihren Facharzttermin

Die Wartezeit auf einen Termin bei einem Facharzt soll in Zukunft nicht mehr länger als vier Wochen dauern. Für Menschen, die keine Zeit oder Lust auf ausgedehnte Aufenthalte im Wartezimmer haben, klingt das in erster Linie praktisch. Wer von seinem Hausarzt eine Überweisung an einen Spezialisten erhält, sollte sich jedoch vor dem Anruf bei seiner Terminservicestelle genau überlegen, wie eilig es ihm mit der Behandlung ist. Denn die Servicestelle berücksichtigt keinen Wunscharzt, sondern verweist den Patienten beliebig an einen freien Arzt in einer „zumutbaren“ Entfernung. Zumutbar sind Anfahrtswege von bis zu einer Stunde mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Kontakt zu den Terminservicestellen

Wenn ein Arztbesuch beim Spezialisten nicht warten kann, können sich Kassenpatienten ab dem 23. Januar 2016 an die neue, für sie zuständige Terminservicestelle in ihrem Bundesland richten. Mit deren Hilfe können sie schnellstmöglich einen Facharzt konsultieren. Jedes Bundesland hat eine Kassenärztliche Vereinigung, die das Angebot zum Stichtag für seine Bürger bereitstellen muss. Die jeweiligen Telefonnummern sind auf den Internetseiten der Kassenärztlichen Vereinigungen zu finden. Diese sind nachfolgend aufgeführt:

Telefon: 04551/ 30 40 49 31, montags bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr und montags, dienstags und donnerstags von 13.00 bis 17.00 Uhr

Telefon: 0385/ 74 31 87 7, montags bis donnerstags von 8.00 bis 12.00 Uhr

Telefon: 040/ 55 55 38 30, montags bis freitags von 8.00 bis 17.00 Uhr

Telefon: 0421/ 98 88 58 10, montags bis donnerstags 9.00 bis 12.00 Uhr und 15.00 bis 16.00 Uhr

Telefon: 0511/ 56 99 97 93, montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr

Telefon: 0331/ 98 22 99 89, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9.00 bis 11.00 Uhr, sowie mittwochs von 12.30 bis 14.30 Uhr

Telefon: 030/ 31 00 33 83, montags bis freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr

Telefon: 0391/ 62 78 88 8, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr und mittwochs von 13.00 bis 15.00 Uhr

Telefon: 0211/ 59 70 89 90, montags, dienstags, donnerstags von 8.00 bis 12.00 und 14.00 bis 16.00 Uhr, mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr, freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr

Telefon: 0231/ 94 32 94 44, montags, dienstags, donnerstags von 8.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr, mittwochs von 14.00 bis 17.00 Uhr, freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr

Telefon: 03643/ 77 96 04 2, montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr, dienstags von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Telefon: 0341/ 23 49 37 33, montags bis freitags von 08:30 bis 12:30 Uhr, mittwochs von 14:00 bis 17:00 Uhr

Telefon: 069/ 40 05 00 00, montags bis donnerstags von 9.00 bis 16 Uhr, freitags von 9.00 bis 14.00 Uhr

Telefon: 06131/ 88 54 45 5, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9.30 bis 14.00 Uhr, mittwochs von 9.30 bis 16.00 Uhr

Telefon: 0681/ 85 77 30, montags bis freitags von 9.00 bis 12 Uhr 

Telefon: 0921/ 78 77 65 55 02 0, montags, dienstags und donnerstags von 8.00 bis 17.00 Uhr sowie mittwochs und freitags von 8.00 bis 13.00 Uhr

Telefon: 0711/ 78 75 39 66, montags bis donnerstags 8.00 bis 16.00 Uhr und freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr

Wichtig! Halten Sie den Überweisungscode und die Versichertenkarte bereit

Termine absagen: Welche Rechte haben Kassenpatienten?

Die Terminservicestellen vereinbaren für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung bei Bedarf einen zeitnahen Termin bei einem verfügbaren Facharzt. Können Patienten das Treffen dann doch nicht wahrnehmen, müssen sie den Platz wieder freigeben. Über Änderungen sollen sie neben dem Facharzt selbst auch die Terminservicestelle informieren. Erfolgt die Absage noch am gleichen Tag der Vereinbarung, wird einfach ein neuer Zeitpunkt zugeteilt. Bei später erfolgten Absagen besteht kein Anspruch auf einen neuen Termin.

Wie sind die Terminservicestellen organisiert?

Die Terminservicestellen sind Teil des Versorgungsstärkungsgesetzes, das im Juli 2015 in Kraft getreten ist. Die Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer müssen dem Gesetz zufolge am 23. Januar eine Terminservicestelle für Kassenpatienten bereitstellen. Wie die Kassenärztlichen Vereinigungen den organisatorischen Aufwand bewältigen, ist ihnen selbst überlassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Bremen hat beispielsweise zwei neue Vollzeitstellen geschaffen, die allein für die Vermittlung von Arztterminen zuständig sein werden. Bevölkerungsreichere Bundesländer müssen in entsprechend größerem Umfang aufrüsten – etwa mit speziellen Call-Centern.

 

Mehr Leistungen mit Krankenzusatzversicherung

Wollen Sie als gesetzlich Versicherter wie ein Privatpatient behandelt werden? Dann haben Sie die Möglichkeit, sich über private Zusatzversicherungen für wenig Geld mehr Leistungen zu sichern. So können Sie beispielsweise eine Chefarztbehandlung in Anspruch nehmen oder im Krankenhaus in einem Einzelzimmer genesen. 

Von Ärztemangel bedroht: „Es fehlt nicht an Terminen, sondern an Nachwuchskräften“

Die Terminservicestellen werden in erster Linie eingeführt, um auch Kassenpatienten einen schnellen Zugang zu fachärztlicher Beratung zu ermöglichen. Doch nicht alle sehen lange Wartezeiten als Problem an. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sorgt sich viel eher um fehlende Nachwuchskräfte unter den immer älter werdenden Fachärzten. Der Pressesprecher der KBV, Roland Stahl, kritisiert die Terminservicestellen etwa als „nutzloses Luxusinstrument“, das gerade ein Land wie Deutschland gar nicht benötige. Viel eher beunruhigt ihn die Aufgabe, tausende neue Fachärzte in den kommenden Jahren nachzubesetzen. Allein die meistaufgesuchten Fachärzte in Deutschland sind im Schnitt 52,2 Jahre alt. In spätestens 15 Jahren geht eine Großzahl hochqualifizierter Ärzte in den Ruhestand. Fraglich ist bislang, wer ihre Nachfolge antreten soll.