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Gebühren der deutschen Banken sind besonders hoch und schwer verständlich

Die Gebühren für Bankgeschäfte sind in Deutschland besonders hoch. Auch sei es sehr schwierig, die Preismodelle der Banken zu verstehen. Das teilte die Europäische Kommission bei der Vorstellung einer Studie mit.

Die Europäische Kommission wirft den europäischen Banken schwere Versäumnisse bei der Information ihrer Privatkunden vor. Es gebe zahlreiche Probleme mit schwer verständlichen Informationen und undurchsichtigen Gebühren, teilte die Kommission bei der Vorstellung einer Studie mit. Die Preisstrukturen von Girokonten seien „sehr undurchsichtig“, so dass es für Verbraucher nahezu unmöglich sei, die Angebote konkurrierender Banken miteinander zu vergleichen.

 

Bei 66 Prozent der untersuchten Kreditinstitute seien die Gebühren derart unklar gewesen, dass die Experten, die den Bericht verfassten, weitere Auskünfte einholen mussten, um herauszufinden, wie viel die Kontoführung tatsächlich kostete. Lediglich neun Prozent der EU-Verbraucher haben 2007 und 2008 das Girokonto gewechselt.

 

Laut Studie belegt Deutschland den 19. Rang unter den untersuchten Ländern, weil die Grundgebühren für Konten und die für den Einsatz der Bankkarte "sehr hoch" seien. Am besten in der Rangliste schnitt Bulgarien ab. Wie es im Bericht der EU-Kommission heißt, gibt es einen "deutlichen Zusammenhang" zwischen einer klaren und verständlichen Preisstruktur einerseits sowie niedrigen Kosten andererseits.

 

Die Europäische Kommission untersuchte insgesamt 224 Geldinstitute, die rund 80 Prozent des EU-Marktes abdecken. Die Ergebnisse der Studie sollen Eingang in eine Verschärfung des Verbraucherschutzes finden. Die Kommission sei entschlossen, diese Probleme der mangelnden Transparenz zu beseitigen. Das bedeutet, dass verständliche und vergleichbare Informationen vorgeschrieben und grundlegende Bestimmungen für Geldinstitute festgelegt werden.