Die Rettung der Finanzinstitute kostet Europas Steuerzahler nach Schätzungen der EU-Kommission bis zu 1,8 Billionen Euro. Die EU-Kommission und die nationalen Finanzminister arbeiten daher an Maßnahmen, wie Großbanken künftig pleitegehen können, anstatt sie mit hunderten Milliarden Euro Staatsgeld retten zu müssen oder einen Kollaps des Finanzsystems zu riskieren.
Nach Ausbruch der Finanzkrise gab es mehrere Fälle, in denen über den weiteren Umgang mit Banken kontrovers diskutiert wurde. In Folge der Pleite der US-Bank Lehman Brothers und dem Zusammenbruch niederländischer und isländischer Geldhäuser versuchten die Aufseher in unterschiedlichen Staaten die Sparer, Kreditnehmer oder die Aktionäre in ihrem Land zu schützen. Das führte zum Teil zu monatelangen Konflikten zwischen Regierungen und mit europäischen Institutionen. Schließlich retteten die Regierungen sehr viele Geldhäuser, die sie und die Aufsicht als systemrelevant einstufen, um einen Kollaps des Systems zu vermeiden.
Künftig soll ein einziges Gremium die Abwicklung einer international tätigen Bank steuern. Dabei ist vorgesehen, dass Banken eine Art Vermächtnis („living will“) ihrer finanziellen Situation verfassen. Wenn Aufseher genaue Daten über die Geschäfte großer Banken griffbereit haben, könnten sie sofort reagieren wenn die Banken in Schwierigkeiten geraten. Zentral ist dabei auch ein europaweites Insolvenzrecht für Banken. Dazu wollen die EU-Kommission und die nationalen Regierungen nächstes Jahr Gesetzesvorschläge machen. Ziel ist es, dass die Regierungen weniger Banken retten müssen als bisher.






