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Massive Beitragserhöhungen bei privaten Krankenkassen befürchtet

In Brachenkreisen geht man von Preissteigerungen von bis zu 10 Prozent für Privatversicherte im kommenden Jahr aus.

Experten gehen von deutlich steigenden Beitragsprämien in der privaten Krankenversicherung aus. "Die Prämien werden deutlicher steigen als im vergangenen Jahr“, sagte der Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata, Rainer Will, diese Woche der Süddeutschen Zeitung. Aus Branchenkreisen ist zu hören, dass die Tarife der privaten Krankenversicherer im kommenden Jahr um durchschnittlich 3 bis 10 Prozent ansteigen werden. Der Branchenprimus Debeka will seine Prämien um mehr als 5 Prozent erhöhen. Laut der Ratingagentur Assekurata fällt im Sechsjahresvergleich die Zuwachsrate bei Signal und Arag am stärksten aus. Nur wenige Versicherer halten ihre Beiträge stabil oder planen lediglich eine moderate Anhebung. Zu diesem Kreis gehört anscheinend auch die Allianz, die nach eigenen Angaben eine Erhöhung von 3 Prozent anvisiert.


Vor allem sogenannte Schnäppchentarife, die insbesondere auf jüngere und gesunde Menschen zielen, scheinen von den Steigerungen betroffen zu sein. Um dieser Kundengruppe einen attraktiven Einstiegspreis in die private Krankenversicherung anbieten zu können, kalkulieren die privaten Krankenkassen die anfänglichen Beitragszahlungen oft zu knapp. Damit werden spätere Anpassungen und höhere Prämien oftmals unausweichlich.

Gründe für die Beitragserhöhungen gibt es mehrere. Vor allem gestiegene ambulante Behandlungskosten scheinen für den Preisanstieg verantwortlich zu sein. Nach Angaben des Bundesverbandes der privaten Krankenversicherer stiegen diese im letzten Jahr um 7 Prozent. Neue Diagnose- und Behandlungsmethoden und teurere Geräte und Medikamente führten zu einer Kostenexplosion. Auch die gestiegenen Honorare für Praxisärzte und die höheren Löhne für Krankenhausärzte wirken sich negativ auf die Prämien aus.