Jeder kennt sie: die probiotischen Joghurts, die mit A-C-E angereicherten Säfte und weitere Functional Food-Produkte, die den großen Gesundheitskick versprechen. Natürlich preist die Werbung die gesundheitsfördernden Effekte der mit Nahrungsergänzungsmitteln versehenen Produkte an. Dass diese tatsächlich vitalisierend, stressreduzierend oder verdauungsfördernd wirken können, ist in den meisten Fällen bisher nur im Labor und in der Theorie belegt. Die meisten Functional Food-Lebensmittel wurden also noch nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht. Fraglich ist auch, ob für einige Zusätze überhaupt eine Notwendigkeit aufgrund einer Unterversorgung besteht. So ist bei einigen Vitaminen nicht bestätigt, dass der Großteil der Bevölkerung tatsächlich zu wenig von ihnen zu sich nimmt.
Functional Food in Japan und den USA
In Japan sind entsprechend angereicherte Lebensmittel bereits seit 1993 auf dem Markt und tragen dort die Bezeichnung „Foshu“ (Food for specific health use). Dort darf auch mit Aussagen zur Gesundheitsförderung und Vorbeugung von Krankheiten geworben werden. In Japan und den USA gibt es auch Functional Food-Lebensmittel, die sich positiv auf die Denkleistung („Brain Food“) oder das Aussehen („Beauty Food“) auswirken sollen.
In Deutschland gilt ein Verbot für „krankheitsbezogene“ Werbung. Beispielsweise darf in der Werbung nicht angegeben werden, dass ein Lebensmittel vor Knochenschwund im Alter schützt. Viele Werbeformulierungen wie „stärkt das Immunsystem“ bewegen sich gerade noch im Bereich des Machbaren.
Was erwarten die Konsumenten?
Dem Marktforschungsinstitut Ipsos zufolge besteht weltweit großes Interesse an Lebensmitteln mit positiven Effekten auf die Gesundheit. So seien vor allem Produkte erwünscht sind, die zu einer besseren Verdauung (38 %) und zu gesteigerter Energie (37 %) führen, sich auf den Blutzuckerspiegel positiv auswirken (34 %) oder beim Abnehmen helfen (34 %). Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel seien in erster Linie gefragt als Unterstützer des Immunsystems, der Konzentration und der Gelenke und Knochen (jeweils 41 %). Bei Kosmetik- und Körperpflegeprodukten bestehe hauptsächlich Interesse an einem jüngeren Erscheinungsbild der Haut (39 %) und der Reduktion von Stresssymptomen (17 %).
Relativ wenig Interesse bei den Deutschen
Im internationalen Vergleich ist das Interesse der Deutschen an Functional Food leicht unterdurchschnittlich. Auch in Deutschland sind Lebensmittel, die das Verdauungssystem fördern, die Energie steigern, beim Abnehmen helfen und das Immunsystem stärken, am populärsten. Jeder Dritte würde ein solches Produkt ausprobieren. Letztlich muss jeder selbst abwägen, ob er die mitunter recht teuren Lebensmittel, deren Wirkung in den meisten Fällen nicht wissenschaftlich belegt ist, kaufen möchte.
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Functional Food – gesundheitsfördernd oder Unsinn?
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Die umstrittene Wirkung des funktionellen Futters
Henry Kasulke
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