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Hebammen kritisieren Honorarerhöhungen der Ärzte

Offener Brief an Gesundheitsminister Rösler

Die Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands Susanne Schäfer hat in einem offenen Brief die geplanten Honorarerhöhungen der Ärzte kritisiert. Mit dem Brief, in dem sie sich an Gesundheitsminister Philipp Rösler wendet, kritisiert sie das Resultat der Verhandlungen zwischen dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Ergebnis der Verhandlungen war, dass jeder der 150.000 Kassenärzte fast 6700 Euro jährlich mehr erhalten soll.

Somit werden die niedergelassenen Kassenärzte über eine Milliarde Euro bekommen, während die 19.000 Hebammen in Deutschland ein jährliches Budget von 360 Millionen haben. Schon 2009 seien die Ärztehonorare um 6,1 Prozent gestiegen, während die Haftpflichtprämien für Hebammen enorm angehoben wurden. Die GKV habe den Hebammen vor drei Monaten nur „Minimal- Erhöhungen“ und „lächerliche Beträge“ angeboten.

Schäfer zufolge ist anhand dieser Zahlen der niedrige Stellenwert der betreuten Geburt durch Hebammen für die gesundheitspolitisch Verantwortlichen erkennbar. Sie warnt davor, dass dieser Beruf langsam aussterben könnte. Schon jetzt müsse eine selbstständige Hebamme durchschnittlich die ersten zwölf Geburten im Jahr unentgeltlich vornehmen, um die gestiegenen Prämien zahlen zu können.