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IGeL-Leistungen auf dem Prüfstand - Portal informiert Patienten

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt medizinisch notwendige Behandlungen und Untersuchungen nach einem gesetzlich geregelten Versorgungskatalog. Darüber hinaus gibt es aber zahlreiche Leistungen, die Patienten in Anspruch nehmen können, aber selbst bezahlen. Diese sogenannten IGeL-Leistungen (Individuelle Gesundheitsleistungen) sind allerdings nicht durchweg unumstritten.

Verbraucherschützer und Krankenkassenvertreter weisen seit geraumer Zeit darauf hin, dass die IGeL-Leistungen auch aus wirtschaftlichen Gründen von Medizinern empfohlen werden. Es ist für medizinische Laien dabei nur schwer zu erkennen, ob die entsprechende Leistung wirklich hilfreich bzw. ratsam ist. Ein neues Internetportal, das vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) in Auftrag gegeben wurde, informiert Patienten nun über verschiedene IGeL-Leistungen und schätzt diese unabhängig auf Grundlage vorhandener Studien, möglicher Nebenwirkungen und nachgewiesenem Nutzen ein.

Bislang bietet der Monitor Informationen zu 24 individuellen Gesundheitsleistungen, die besonders häufig angeboten und auch genutzt werden. Weitere sollen folgen. Verbraucher haben somit ein Mittel in der Hand eine Empfehlung ihres Arztes genauer zu überprüfen. Laut MDS und GKV-Spitzenverband geben gesetzlich Versicherte rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für IGeL-Leistungen aus. Dabei ist der Nutzen hierbei nicht immer erwiesen. Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, fordert überdies eine 24-stündige Bedenkzeit für Patienten. Patienten hätten so die Möglichkeit sich besser über die Leistungen zu informieren und sich ggf. auch dagegen zu entscheiden.