Aktuell wird in der Politik heftig über die Verwendung des Milliardenplus der gesetzlichen Krankenversicherung debattiert. Nachdem die Kassen in diesem Jahr einen deutlichen Überschuss verzeichnen konnten, stellt sich nun die Frage, wie das Geld künftig genutzt werden soll. Von einer Prämienausschüttung an die Versicherten, von einer Abschaffung der Zusatzbeiträge und einer Verbesserung der Kassenleistungen war die Rede. Sogar über eine Kürzung der staatlichen Zuschüsse für den Gesundheitsfonds wurde bereits ausführlich diskutiert. Nach einer neuen Berechnung der Unternehmensberatung McKinsey sollten die gesetzlichen Krankenkassen das Geld jedoch besser beisammenhalten, denn: Ihnen drohen bald wieder schlechtere Zeiten.
Wie das Nachrichtenportal Spiegel Online berichtet, rechnet McKinsey damit, dass sich das derzeitige Milliardenplus der Kassen schon bald zu einem Milliardendefizit umkehren könnte. Insbesondere weil die Ausgaben der Krankenversicherung künftig stärker als die Einnahmen steigen werden, müssten Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sich spätestens ab 2014 auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Im Schnitt erwartet die Versicherten eine Anhebung der Beiträge um 15,50 Euro, so die Prognose der McKinsey-Berater. Diese Kalkulation widerspricht einer Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), wonach die Kassen bis 2013 weitere Überschüsse erwirtschaften werden. Die Kieler Wissenschaftler, die ihrer Analyse offenbar eine bessere Konjunkturentwicklung zugrunde legten, rechneten allein für dieses Jahr mit einem Plus von 5,7 Milliarden Euro für die gesetzlichen Krankenkassen.






