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Unfallversicherung zahlt nicht bei Mord

Kein Anspruch auf Witwenrente

Stirbt ein Arbeitnehmer durch einen Arbeitsunfall oder an einer Berufskrankheit, so zahlt die Unfallversicherung eine Rente an die Witwe des Verstorbenen. Bei Mord auf dem Arbeitsweg muss die Unfallversicherung jedoch keine Leistungen erbringen. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg. Der Fall: Die Witwe eines Pizzabäckers, der auf dem Rückweg von seinem Steuerberater vom eigenen Sohn ermordet worden war, verlangte vom Unfallversicherungsträger eine Witwenrente. Da sich der Mord auf einem arbeitsbedingt zurückgelegten Weg ereignet hatte, sah sie die Unfallversicherung in der Pflicht. Das Gericht entschied jedoch, dass die Versicherung bei Mord leistungsfrei ist.

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg begründete das Rechtsurteil damit, dass es Zufall gewesen sei, dass der Sohn die arbeitsbedingte Rückfahrt des Vaters von seinem Steuerberater für die Tat genutzt hatte. Da die Unfallversicherung nur bei einem Arbeitsunfall zu einer Rentenzahlung verpflichtet ist, habe die Witwe des Ermordeten keinen Anspruch auf eine entsprechende Versicherungsleistung. Der Tod des Mannes sei schließlich einzig auf einen Konflikt zwischen Vater und Sohn zurückzuführen, der eindeutig dem Privatleben des Getöteten zuzurechnen sei. Der Sohn, der die Tat offensichtlich über einen längeren Zeitraum geplant hatte, wurde wegen Mordes an seinem Vater zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.