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Rekordanstieg von Lohnsteuer und Sozialabgaben

Im Jahr 2011 sind die Abgaben für Arbeitnehmer enorm angestiegen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung am heutigen Donnerstag und beruft sich dabei auf neue Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Demnach zahlten die deutschen Arbeitnehmer im Vorjahr durchschnittlich 9.943 Euro an den Staat und die Sozialkassen. Im Jahr 2010 hatte die Abgabenbelastung pro Arbeitnehmer im Schnitt noch bei 9.390 Euro gelegen – somit wurde ein Anstieg von 553 Euro innerhalb nur eines Jahres registriert. Wie die Zeitung berichtet, handelt es sich bei den genannten Zahlen um einen Abgabenrekord für Arbeitnehmer. Schon seit dem Jahr 1995 ist kein so starker Anstieg von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen mehr verzeichnet worden.

Dem Bericht zufolge mussten die Arbeitnehmer im Vorjahr deutlich mehr Lohnsteuer zahlen als 2010. Im Schnitt kassierte der Staat von jedem Lohnempfänger 300 Euro mehr als noch ein Jahr zuvor. Dadurch sank der durchschnittliche Netto-Realverdienst von 17.666 Euro im Jahr 2010 auf 17.650 Euro im vergangenen Jahr.

Die deutlich gestiegenen Einnahmen der Sozialkassen kommen der Schuldenpolitik des Bundesfinanzministeriums zugute. Um den Schuldenabbau des Bundes voranzutreiben, sieht der aktuelle Haushaltsentwurf allein für das Jahr 2013 eine Kürzung der staatlichen Zuschüsse für die Sozialkassen um mehrere Milliarden Euro vor. Die Krankenkassen und die Bundesagentur für Arbeit werden im kommenden Jahr auf einen Bundeszuschuss von je zwei Milliarden Euro verzichten müssen, der Rentenkasse steht eine Kürzung um eine Milliarde Euro bevor.