finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Gesundheitsstudie: So viele Deutsche sind zu dick

Die „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS) enthüllt: Die Anzahl der Fettleibigen nimmt zu. Fast jeder vierte Deutsche leidet mittlerweile an Adipositas, so der medizinische Fachausdruck für Fettleibigkeit. Besonders bei jüngeren Erwachsenen lässt sich ein besorgniserregender Anstieg beobachten.
Gesundheitsstudie: So viele Deutsche sind zu dick

Im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hat das Robert-Koch-Institut (RKI) 8152 Erwachsene in der Zeit von November 2008 bis Dezember 2011 befragt, um den Gesundheitsstand der Deutschen zu ermitteln. Das Besondere: Da etwa die Hälfte der Befragten auch am ersten großen Gesundheitscheck des RKIs im Jahr 1998 teilgenommen hat, lassen sich die Daten miteinander vergleichen. So zeigt sich ein Anstieg der Fettleibigen in Deutschland. Bei den Männer haben 23,3 Prozent und bei den Frauen 23,9 Prozent einen Body-Mass-Index (BMI) über 30. Vor 14 Jahren waren es noch 18,9 Prozent bei den Männern und 22,5 Prozent bei den Frauen. „Besorgniserregend ist, dass sich die Gruppe der Adipösen insbesondere im jungen Erwachsenenalter weiter vergrößert hat“, sagte Studienleiterin Bärbel-Maria Kurth vom RKI.

Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Zahl der Übergewichtigen (BMI zwischen 25 und 29) steigt zumindest nicht an. Es ist sogar ein leichter Rückgang zu vermelden. Jedoch sind immer noch 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen zu dick. Da überrascht es nicht, dass die Zahl der Diabetiker zugenommen hat, denn Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen das Erkrankungsrisiko. 7,2 Prozent der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren sind betroffen, das sind etwa 4,6 Millionen Deutsche. Im Vergleich zu 1998 stieg die Zahl der Erkrankten damit um ganze 2 Prozent an.  

Bedenklich ist auch die Anzahl der Menschen zu betrachten, die an Depressionen leiden. 8,1 Prozent gaben an, davon betroffen zu sein, darunter wesentlich mehr Frauen (10,2 Prozent) als Männer (6,1 Prozent). Gerade die 19- bis 29-Jährigen haben mit dieser Krankheit zu kämpfen. Umgekehrt liegt die Zahl der an Burn-Out-Erkrankten bei den 50- bis 59-Jährigen höher. Insgesamt sind derzeit 4,1 Prozent der Befragten daran erkrankt.

Doch die DEGS-Studie lässt auch positives verlauten: Die Deutschen treiben mehr Sport. 49,5 Prozent der Frauen und 51,7 Prozent der Männer gaben an, mindestens einmal die Woche für eine Stunde körperlich aktiv zu sein. Das ist eine Zunahme von 16,2 Prozent (Frauen) bzw. 13,1 Prozent (Männer). Allerdings empfiehlt die Weltgesund-heitsorganisation (WHO) wöchentlich zweieinhalb Stunden Bewegung oder Sport. In Deutschland schaffen das knapp ein Viertel der Männer und 15,5 Prozent der Frauen. Hier gibt es also noch viel Luft nach oben.

Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr, der übrigens auch Teilnehmer der Studie war, hat erkannt, dass etwas getan werden muss. Laut Welt Online sagte Bahr, dass die Präventivprogramme auf die jeweiligen Zielgruppen zugeschnitten werden müssten, denn momentan sprechen die Programme eher Menschen mit hohem Bildungsstandard als Personen mit Migrationshintergrund an.