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Hebammen und Krankenkassen kommen zu keiner Einigung

Es gibt zahlreiche Berufe, in denen Idealismus eine wichtige Rolle spielt. Gerade Hebammen müssen aber mehr und mehr arbeiten, ohne sich mit ihrem Einkommen den eigenen Lebensunterhalt sichern zu können. Grund hierfür sind steigende Versicherungsprämien und stagnierende Vergütungen.
Hebammen und Krankenkassen kommen zu keiner Einigung

Um in ihrem Beruf arbeiten zu können, muss eine Hebamme eine sogenannte Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Diese schützt sie vor den finanziellen Folgen von Schadensersatzansprüchen, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit entstehen können. Denn gerade wenn bei einer Geburt ein Fehler unterläuft, kann dies weitgehende Folgen haben. Doch in den letzten Jahren sind die Prämien für diese notwendige Versicherung immer weiter angestiegen. Die Vergütung für die Leistungen der Hebammen stagnierte gleichzeitig. Aus diesem Grund müssen immer mehr gerade freie Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe anbieten, ihre Arbeit aufgeben, da sie sich die Versicherungsbeiträge nicht mehr leisten können.

Verhandlungen kommen zu keinem Ergebnis

Zum 1. Juli sind die Prämien noch einmal um zirka 15 Prozent von durchschnittlich 3.700 Euro jährlich auf 4.200 Euro pro Jahr angestiegen. Seit Monaten verhandeln Krankenkassen und Hebammen über eine verbesserte Vergütung der Hebammenleistungen, doch die Fronten sind verhärtet. Jetzt forderte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beide Seiten auf, mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen. Er sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, die Regierungskoalition hätte die Bedingungen für eine Einigung geschaffen, nun müssten beide Seiten „den Verhandlungsprozess zu einem guten Ende“ führen.

Hebammen fordern Bahr zum Handeln auf

Im Jahr 2010 hatte der Deutsche Hebammenverband zum Protest gegen die fehlende Unterstützung seitens der Politik aufgerufen. Die ePetition „Heilhilfsberufe – Sofortmaßnahmen zur wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe vom 14.04.2010“ erreichte über 105.000 Unterzeichner. Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte mehrfach seine Unterstützung für die Hebammen versichert. Diese Unterstützung reicht den Hebammen jedoch nicht aus, in einer laufenden Petition fordern sie den Gesundheitsminister auf, direkt aktiv zu werden. Ihrer Aussage nach, wird es sonst in Zukunft für die zwei Prozent der Mütter, die nicht in einem Krankenhaus gebären möchten, schwer, eine Hebamme zu finden, die sie noch bei der Geburt unterstützen kann.