Bei den Zahlen zur Haushaltsgröße ergab sich vor allem die Erkenntnis, dass der Anteil der Single-Haushalte in Deutschland weiter steigt. So stieg in den Großstädten die Zahl der Single-Haushalte mit Menschen zwischen 18 und 35 Jahren in den letzten 20 Jahren um 41 Prozent. Gleichzeitig sank die Bevölkerung in Gemeinden unter 5000 Einwohnern um etwa 19 Prozent. Junge Menschen zieht es also vor allem vom Land in die Städte – und dort leben sie vorerst alleine.
Mehr Armut bei Alleinlebenden
Auch die wirtschaftliche Lage der Single-Haushalte ist interessant. So verfügt der Großteil der Singles über ein Nettoeinkommen von 1100 bis 2000 Euro monatlich. Rund 40 Prozent verdienen aber zum Teil deutlich weniger. Viele in Single-Haushalten lebende Menschen – und hier sind Männer stärker betroffen als Frauen – sind also auch in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Ihre Situation verschärft sich zusätzlich, da sie nicht nur ein geringes Einkommen haben, sondern die laufenden Kosten eines Haushalts auch alleine tragen müssen.
Trotz Beziehung alleine leben
Generell ließe sich aus diesen Zahlen vor allem eine deutliche Veränderung der Lebenswelten der in Deutschland lebenden Menschen erkennen. So ist abzusehen, dass die Gesellschaft immer weiter „versinglen“ wird. Dabei müsste man jedoch unterscheiden zwischen alleinstehenden und alleinlebenden Menschen. Denn viele Bewohner von Single-Haushalten lebten in Beziehungen, auch verheiratete Partner, die in unterschiedlichen Städten arbeiteten und daher getrennte Haushalte führten, wären keine Seltenheit mehr. Die Experten vom Statistischen Bundesamt gehen davon aus, dass sich der Trend zum Alleinleben fortführen und im Jahr 2030 rund 23 Prozent der Bevölkerung in Single-Haushalten wohnen wird.








