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DIW-Expertin schätzt: Steigende Strompreise auch 2013

Nach einer Schätzung von Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), müssen sich Stromkunden darauf einstellen, auch 2013 mehr für ihren Strom zu zahlen. Grund dafür ist die Energiewende. Seit 2009 ist der Strompreis um mehr als 10 Prozent gestiegen.
DIW-Expertin schätzt: Steigende Strompreise auch 2013

Claudia Kemfert vom DIW geht nicht von einer Strompreisexplosion aus, jedoch von einem leichten Kostenanstieg. Sie wies darauf hin, dass die Entwicklung des Strompreises von vielen Faktoren abhängt. Einige davon sind unsicher, zum Beispiel die Berechnung der Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien. Dies macht eine Prognose schwer, dennoch ist ein Trend absehbar. Die Hauptursache der steigenden Kosten wird in den höheren Ausgaben gesehen, die im Zusammenhang mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stehen.

Entlastung bei entsprechendem Wettbewerb

Für die Energieexpertin bedeutet die Energiewende nicht nur Preissteigerungen, sondern auch Entlastungen durch den Handel an der Strombörse. Momentan fehle jedoch der Wettbewerb, der durch Anbieter wie ausländische Unternehmen, Energiegenossenschaften, Stadtwerke oder Mittelständler entstehen könnte. „Aber da haben wir noch einen weiten Weg vor uns“, fasst Kemfert zusammen.

Altmaier will sich für Strompreis einsetzen

Umweltminister Peter Altmaier sagte indes, dass die Energiewende zum sozialen Problem werden kann, wenn die Bundesregierung nicht darauf achte. Momentan sei die Frage der Bezahlbarkeit von Energie aus dem Fokus geraten. "Für mich hat höchste Priorität, dass Strom bezahlbar bleibt", betonte Altmaier. Zurzeit fehlt allerdings eine klare Definition vonseiten der Bundesregierung, bis wann Strom bezahlbar ist.

Verbraucherzentrale fordert Energiearmut-Definition

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert angesichts der immer höheren Stromkosten die Bundesregierung dazu auf, den Begriff der Energiearmut zu klären. Für Fachleute herrscht in einem Haushalt Energiearmut, wenn dieser den Energiebedarf mit mehr als 10 Prozent des Einkommens decken muss. In Anbetracht der Strompreisentwicklung von 2009 bis heute steht die Befürchtung im Raum, dass immer mehr Menschen von der Energiearmut betroffen sein könnten. Nach Hochrechnungen zahlt ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresbedarf von 4000 Kilowattstunden zurzeit durchschnittlich 1049,80 Euro – rund 125 Euro mehr als 2009.