Nachdem die Energiewende seit einem Jahr beschlossene Sache ist, haben die zwei zuständigen Minister, Wirtschaftsminister Rösler und Umwelt- minister Altmaier, ihre Bedenken daran, das zeitlich gesteckte Ziel der Energiewende zu erreichen. Bis 2020 soll u.a. der Stromverbrauch um 10 Prozent gesenkt werden, sodass der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz auf 35 Prozent steigt. "Die Zeitachse und die Ziele für die Energiewende stehen“, sagte Rösler dazu. "Aber wir müssen nachsteuern, wenn Jobs und unsere Wettbewerbsfähigkeit bedroht sein sollten." Nach- steuern kann in diesem Fall bedeuten, dass das Jahr 2020 als zeitliche Grenze für die Umsetzung der Ziele fallen könnte.
Ziele werden nur langsam umgesetzt
Angesichts der vielen Probleme, die im Zuge der Energiewende auftreten, lassen sich die Zweifel der beiden Politiker nachvollziehen. Neben Problemen mit der Netzanbindung bei Offshore-Windparks, die zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung der Endkunden führen, kommt es auch bei der energetischen Gebäudesanierung zu Verzögerungen. Oftmals kommen Projekte für die Energiewende im Verzug, da nicht geklärt ist, wer die Kosten dafür tragen soll. So fürchtet der Umweltminister, dass die Energiewende sogar zum sozialen Problem werden kann, wenn die Kosten überwiegend auf die Verbraucher umgewälzt werden.
Verband kommunaler Unternehmen fordert Expertengremium
Damit die Energiewende erfolgreich sein wird, fordert der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) die Einberufung eines Expertengremiums nach Vorbild des Rats der Wirtschaftsweisen. Laut VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck ließe sich so das „Mammutprojekt […] losgelöst von Regierungswechseln“ begleiten. „So ein Rat kann gezielt helfen, dass Projekt zu stemmen und die Kosten im Rahmen zu halten. Dies wäre im Interesse der Bürger, der Branche und der Politik.“








