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Finanztest: Beratung der Bausparkassen meist schlecht

Finanztest hat in einem aktuellen Test Bausparkassen in Bezug auf ihre Beratung geprüft. Das nüchterne Ergebnis: Bei 18 von 22 Bausparkassen gibt es mindestens eine Fehlberatung. Nur vier getestete Gesellschaften erhielten eine gute Bewertung, ebenso viele wurden als mangelhaft beurteilt.
Finanztest: Beratung der Bausparkassen meist schlecht

In der aktuellen Ausgabe (08/2012) berichtet Finanztest über die Qualität der Beratung von Bausparkassen. Dabei wurden von 22 Gesellschaften jeweils sieben Filialen von Testern besucht. Die Musterkunden gaben an, 50.000 Euro zu benötigen, um in vier Jahren ihre Immobilie zu modernisieren. 10.000 Euro sind bereits angespart und pro Monat können 400 Euro zurückgelegt werden. Mit einer guten Beratung hätten sie einen Bausparvertrag erhalten, der ihnen ein günstiges Darlehen und die Zurückzahlung ihres Guthabens samt Sparzinsen nach Ende der Laufzeit garantiert.

Testsieger der Finanztest ist Wüstenrot

Die beste Bewertung erhielt Wüstenrot mit einem Urteil von Gut (1,6) und ist damit Testsieger der Finanztest. Ebenfalls gut abgeschnitten haben LBS Bremen (1,8), LBS Baden-Württemberg (1,9) und LBS Nord (2,0). Bei ihnen stimmte der Gesamteindruck aus den Bewertungskriterien Verständlichkeit der Beratung, Qualität des Angebotes, erhaltene Kundeninformation und Erfassung des Kundenstatus. Daher rät Finanztest dazu, einen Bausparvertrag bei diesen Anbietern abzuschließen und weist außerdem darauf hin, dass Wüstenrot bei einem anderem Tarifvergleich der Finanztest (Ausgabe 12/2011) zu den Topanbietern gehört hat.

Schlechteste Bewertung erhielt LBS Rheinland-Pfalz

Die LBS Rheinland-Pfalz wurde mit einem Qualitätsurteil von 5,3 (mangelhaft) als schlechteste Bausparkasse bewertet. Eine mangelhafte Bausparvertrag-Beratung hatten zudem die Deutsche Bank Bauspar (5,2), LBS Ost (4,6) und Huk-Coburg (4,6). Finanztest ermittelte als einen der häufigsten Fehler bei der Bausparkassen-Beratung eine falsche Planung der Sparzeit: Obwohl deutlich gewesen ist, dass der Kunde nach 4 Jahren das Geld für die Modernisierung seiner Immobilie braucht, erhielt er teilweise Angebote, bei denen die Bausparsumme erst nach 10 Jahren ausgezahlt werden sollte. Außerdem  wurde bei einigen Bausparkassen die Monatsrate für den Bausparvertrag bis zu 350 Euro zu hoch angesetzt. Besonders bitter war die Erkenntnis, dass die Angebote der Bausparkassen oftmals zu teuer im Vergleich zu einer alternativen Finanzierung der Baumaßnahmen waren. Finanztest stellte fest, dass ein Bankdarlehen mit einem Zinssatz von 10 Prozent für den Tester teilweise günstiger gewesen wäre als die angebotenen Bausparverträge.