Mit großer Zuversicht starteten Wissenschaftler, Ärzte und Politiker am Sonntag in die diesjährige Welt-Aids-Konferenz. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Statistiken geben Anlass zu der Hoffnung, den Kampf gegen Aids schon bald gewinnen zu können. Elly Katabira, Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft, sagte im Vorfeld der Veranstaltung: "In einem noch vor wenigen Jahren undenkbaren Szenario wissen wir jetzt, dass wir noch zu unseren Lebzeiten damit beginnen können, Aids zu beenden." Trotz aller medizinischen Fortschritte bereitet die hohe Zahl der Neuinfektionen den Experten jedoch große Sorgen.
Prominente beim internationalen Aids-Kongress
Bei der offiziellen Eröffnungsfeier sprach unter anderem Weltbank-Präsident Jim Yong Kim. "Wir können Aids jetzt als etwas betrachten, dass wir wirklich kontrollieren können", sagte er. "Ich verspreche, dass die Weltbank unermüdlich im Kampf gegen Aids mitarbeiten wird, bis wir gewonnen haben." Neben dem Weltbank-Präsidenten werden auf der 19. Welt-Aids-Konferenz auch Prominente wie Whoopi Goldberg, Bill Clinton, Bill Gates und Elton John erwartet. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) eröffnete gestern den deutschen Pavillon auf dem Ausstellungsgelände der Konferenz. "Wir dürfen nicht nachlassen", sagte er. "2.700 Neuinfektionen in Deutschland und 2,7 Millionen weltweit sind einfach zu viele, und deswegen muss man die Öffentlichkeitsarbeit weiterhin so intensiv betreiben, wie wir es tun."
Eurokrise beunruhigt Experten
Bei der diesjährigen internationalen Aids-Konferenz wollen die Experten vor allem auch über die Finanzierung der Vorbeugung und Behandlung von HIV sprechen. Sie befürchten, dass die kriselnde Wirtschaft in vielen Ländern den Kampf gegen Aids hemmen könnte. Jährlich fehlen rund sieben Milliarden Dollar (circa 5,8 Milliarden Euro), sagte Michel Sidibé, Leiter des gemeinsamen Programmes der Vereinten Nationen zu HIV/AIDS (UNAIDS). Er mache sich Sorgen über die Zukunft der globalen Solidarität. "Diese Finanzierungslücke kostet Menschenleben. Dies ist keine Zeit für Isolationismus - es ist eine Zeit für Zusammenhalt", sagte Sidibé.








