Der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist nach zwei Anstiegen in Folge im 3. Quartal 2012 gesunken und liegt nun deutlicher als bisher unter dem Durchschnittswert. Der entsprechende Index, der im zweiten Quartal 2012 noch 100,3 Punkte zählte, brach auf 88,9 Punkte ein. In Ländern wie Griechenland, Spanien, Italien und Portugal herrscht Rezessionsniveau und auch in Belgien, Frankreich, Irland, den Niederlanden und Slowenien wird die wirtschaftliche Situation nur wenig besser eingeschätzt. Doch damit nicht genug: Für die nächste Zeit erwarten die Experten auch keine Besserung der Lage im Euroraum. "Der wirtschaftliche Ausblick für die kommenden sechs Monate hat sich in den meisten Mitgliedsländern gegenüber dem Vorquartal eingetrübt", sagt Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts. Lediglich in Irland und den Niederlanden seien die Erwartungen merklich gestiegen und deuten auf eine vorsichtige Erholung der Konjunktur hin.
Schuldenkrise setzt Konjunktur weiter zu
In Deutschland beurteilen Experten die aktuelle Wirtschaftslage zwar positiv, doch im Vergleich zum vorigen Quartal hat sich die Stimmung leicht verschlechtert. Erst gestern hatte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden (Destatis) mitgeteilt, dass die deutschen Exporte vom Mai zum Juni 2012 wegen schwindender Nachfrage aus dem Euroraum um 1,5 Prozent gesunken waren. Der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) zeigte sich bezüglich des deutschen Außenhandels dennoch zuversichtlich: Die Exporte des gesamten ersten Halbjahres lägen um 4,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Wenn sich die Banken- und Staatsschuldenkrise nicht ausweite, könne das bisherige Exportniveau auch im weiteren Jahresverlauf gehalten werden. Das ifo Institut prognostiziert indes, dass die wieder aufflammende Schuldenkrise der Konjunktur in der gesamten Eurozone weiter zusetzen wird. Der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum basiert auf Meldungen von 274 Experten.








