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Hauptstadtflughafen BER vor der Insolvenz

Die schlechten Nachrichten zum neuen Hauptstadtflughafen BER reißen nicht ab. Nachdem die Eröffnung des Flughafens am 3. Juni dieses Jahres kurzfristig um mehrere Monate verschoben werden musste und nicht vor 2013 stattfinden soll, sind jetzt Schwierigkeiten bei der weiteren Finanzierung bekannt geworden.
Hauptstadtflughafen BER vor der Insolvenz

Wie Spiegel Online berichtet fehlen von den zusätzlichen Kosten in Höhe von 1,17 Milliarden Euro rund 430 Millionen Euro. Die Flughafengesellschaft will diesen Betrag nun mit einer Patronatserklärung beschaffen. Die Erklärung, die ähnlich einer Bürgschaft funktioniert soll dabei so formuliert werden, dass einerseits eine schnelle Einigung mit einem geldgebenden Institut erreicht werden kann und andererseits keine Zustimmung durch die EU-Kommission vonnöten ist.

Insolvenz bis zum Jahresende?

Der Flughafengesellschaft FBB droht derweil eine Insolvenz. Wie n-tv berichtet, hat die Gesellschaft nur noch eine eingeschränkte Kreditwürdigkeit und die verfügbaren finanziellen Mittel reichten gerade aus aktuelle Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Mehrere Banken hätten so bereits neue Kredite abgelehnt und es ist fraglich, ob bis zum Jahresende noch Geld in der Kasse sei.

Wowereit fordert klare Aussagen

In der nächsten Woche will der Aufsichtsrat beraten wie der gesamte Kapitalbedarf gedeckt werden kann. Bereits jetzt wird auch angezweifelt, ob der neue Eröffnungstermin des Flughafens im nächsten März eingehalten werden kann oder erneut verschoben werden muss. Auch Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit macht Druck und forderte den Aufsichtsrat auf hinsichtlich der geplanten Eröffnung eine klare Antwort zu geben.

Enorme Mehrkosten erwartet

Derweil ist auch ein weiteres Einlenken der EU möglich. Diese könnte aus öffentlichen Mitteln eine weitere Finanzspritze bewilligen. Allerdings wäre daran eventuell die Auflage verbunden, den Flughafen zu privatisieren, was bisher als Option abgelehnt wurde. Die Länder Berlin und Brandenburg halten jeweils 37 Prozent des Kapitals für den Flughafen, der Bund ist mit 26 Prozent ebenfalls Eigentümer der Flughafengesellschaft. Der ursprünglich berechnete Finanzrahmen des Flughafens von 3,36 Milliarden Euro wird aber wohl auf jeden Fall deutlich überschritten werden. Neue Schätzungen gehen von Gesamtausgaben in Höhe von bis zu 4,28 Milliarden Euro aus.