Groupons Aktie ist im Sinkflug. Seit dem Börsenstart im vergangenen November fiel der Preis um etwa 14 Dollar auf nun rund 6 Dollar. Die Anteilseigner reagierten angesichts des sinkenden Umsatzwachstums gelinde gesagt panisch. Nach Bekanntgabe der aktuellen Zahlen des zweiten Quartals 2012 und der Prognose für das dritte Quartal brach die Aktie zeitweise um 24 Prozent ein. Damit reiht sich Groupon in die Serie von Unternehmen ein, die an der Börse Misserfolge verzeichnen. Allein die Aktie von Facebook verlor bisher 40 Prozent ihres Wertes.
Gutscheinverkauf sorgt für Unzufriedenheit bei den Kunden
In knapp vier Jahren wurde Groupon mit einer einfachen Idee zum Milliardenkonzern: Das Unternehmen bietet Einzelhändlern und anderen Gewerbetreibenden im Internet eine Plattform, auf der sie Rabattgutscheine für ihr Geschäft anbieten können. Sichern sich genug Menschen das Angebot, kommt der Handel zustande und Groupon kassiert eine Vermittlungsprämie. Doch sowohl Anbieter als auch Schnäppchenjäger sind vermehrt unzufrieden mit dem Service. Kleinunternehmer fühlen sich oftmals mit der hohen Zahl der Kunden überlastet, sodass diese wochenlang auf das Einlösen ihrer Coupons warten müssen.
Groupons Wachstum bricht um die Hälfte ein
Bisher hatte die Kritik an Groupon noch keine Auswirkungen gehabt. Von Januar bis März 2012 wuchs der Umsatz des Unternehmens um 89 Prozent an. Auch 2011 waren die Wachstumsraten ähnlich hoch gewesen. Doch die Erwartung, dass Groupon weiterhin solche Zuwächse verzeichnet, hat jetzt negative Auswirkungen. Zwar konnte im zweiten Quartal 2012 ein Umsatz von 568 Millionen Dollar – immerhin 45 Prozent mehr als im Vorquartal – erzielt werden, doch für die Aktionäre ist das nicht genug. Viel zu wenig Kunden haben von April bis Juni Gutscheine auf der Internetseite gekauft. Kritiker hatten die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells von Beginn an kritisiert. Der „Schnäppchenpreis“ der Groupon-Aktie scheint ihnen nun Recht zu geben.








