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Insolvenz: Solarfirma Sovello und P+S Werften gehen pleite

Die Insolvenzserie der Solarbranche fordert ihr nächstes Opfer: Der Solarkonzern Sovello wird die Produktion einstellen. Noch heute erfahren alle 1.000 Beschäftige, dass ihnen gekündigt wird. Eine weitere schlechte Nachricht kommt von den P+S Werften. Am Mittwoch werden auch sie einen Insolvenzantrag stellen.
Insolvenz: Solarfirma Sovello und P+S Werften gehen pleite

Nach Q-Cells und Solarwatt muss sich nun auch das Unternehmen Sovello der Krise in der deutschen Solarindustrie beugen. Durch sinkende Subventionen von Solarenergie und der weitaus billigeren Konkurrenz aus China sah sich Sovello bereits Mitte Mai dazu gezwungen, Insolvenz zu beantragen. Der Solarzellen-Hersteller wollte versuchen, mit rund der Hälfte der Beschäftigten einen Neuanfang zu starten. Jetzt gab der Insolvenzverwalter Lucas Flöther bekannt, dass die finanzielle Lage des Solarunternehmens die Neustrukturierung verhindert. Alle 1.000 Mitarbeiter von Sovello werden ihren Arbeitsplatz verlieren, die Maschinen werden heruntergefahren.

Solarbranche in der Krise

Somit wird das sogenannte „Solar Valley“ in Bitterfeld-Wolfen immer dünner besiedelt sein. Einst war es mit neun ansässigen Solarfirmen als größter Standort der Solarindustrie in Europa bekannt. Neben den insolventen Unternehmen Q-Cells und Sovello haben dort Sontor, Calyxo und Solibro, das mittlerweile in chinesischer Hand ist, ihre Produktions- und Lagerstätten.

2.000 Arbeitsplätze bei P+S Werften gefährdet

Während 1.000 Mitarbeiter bei Sovello definitiv arbeitslos werden, ist die Zukunft von knapp 2.000 Angestellten der P+S Werften in Wolgast und Stralsund mehr als ungewiss. Das Schiffbauunternehmen wird spätestens am Mittwoch Insolvenz anmelden. Zuvor hatte der Geschäftsführer Rüdiger Fuchs ein Sanierungskonzept vorgelegt. Die Peenewerft in Wolgast sollte demnach für Militär- und Behördenschiffe als Umbau- und  Reparaturwerft dienen, während die Vollwerft in Stralsund zukünftig Spezialschiffe herstellen sollte. Vom Land Mecklenburg-Vorpommern und vom Bund wurden dafür 152 Millionen Euro bereitgestellt.

Werftstandorte sollen erhalten bleiben

Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, musste gestern mitteilen, dass die staatlichen Hilfen nicht ausreichen werden, um die P+S Werften vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten. Eine Erhöhung des Darlehens sei rechtlich nicht möglich. Die Insolvenz ist somit unausweichlich. Bereits seit der Finanzkrise 2009 hatte der Schiffsbaubetrieb finanzielle Probleme. Sellering wolle sich nun für den Erhalt der beiden Standorte stark machen.