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Verbraucher zahlen drei Milliarden Euro zu viel für Strom

Die Strompreise steigen und die Energieversorger schieben dies vor allem auf die mit dem Atomausstieg verbundenen Kosten. Investitionen in erneuerbare Energien erforderten demnach erhöhte Ausgaben, die an die Verbraucher weitergegeben werden müssen. Eine Studie belegt nun das Gegenteil.
Verbraucher zahlen drei Milliarden Euro zu viel für Strom

Die von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebene Studie des Energieexperten Gunnar Harms zeigt: Die Energieversorger kassieren in Wahrheit bis zu drei Milliarden Euro zu viel von den Verbrauchern. Die Saarbrücker Zeitung berichtet, dass laut Harms die Kosten für den Stromeinkauf im Jahr 2011 nicht angestiegen, sondern sogar um zehn bis zwanzig Prozent gefallen seien. Der Atomausstieg hätte somit gar nicht zu den befürchteten Mehrkosten geführt und die Preise für die Verbraucher hätten vielmehr sinken statt immer weiter ansteigen müssen. Haushaltskunden müssten somit grundsätzlich steigende Einkaufspreise tragen, könnten aber von sinkenden Preisen im Gegenzug nicht profitieren. Die Energieversorger würden Preissenkungen nicht an die Verbraucher weitergeben.

Haushaltskunden zahlen für Industrie

Industriekunden zahlen hingegen niedrigere Preise. Dies hängt unter anderem mit vielen Ausnahmen gerade für energieintensive Unternehmen zusammen. Die Kosten, die hierdurch verursacht werden, müssen ebenfalls von den Privatkunden getragen werden. Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion sagte in diesem Zusammenhang der Saarbrücker Zeitung, dass die Bundesregierung eine Mitschuld am Anstieg der Strompreise für Privatverbraucher habe. Es sei zwar richtig, dass durch die Förderung erneuerbarer Energien auch erhebliche Kosten entstünden – im Jahr 2011 wurden immerhin 16,4 Milliarden Euro Vergütung an Ökostrom-Produzenten gezahlt. Dennoch sorgten die Entlastungen der Industrieunternehmen dafür, dass solche Kosten auf die Haushaltskunden umgelegt werden müssten.

Aus für Solarförderung

Bundesumweltminister Peter Altmaier rechnet im Herbst zusätzlich mit Strompreiserhöhungen von fünf Prozent als Folge des Solarausbaus. Dieser sei zu schnell erfolgt und hätte zu viel Geld verschlungen. Er betonte, dass die Förderung für den Solarstrom dann ausläuft, wenn das Ziel von 52 Gigawatt Leistungskapazität erreicht ist. Man rechnet im Jahr 2020 damit, wird die Förderung aber auch dann beenden, wenn das Ziel früher erreicht wird. Erst Anfang der Woche war bekannt geworden, dass die Krise der Solarbranche eine weitere Insolvenz zu vebuchen hat.

Teure Energie – teures Benzin

Neben den steigenden Stromkosten erreicht auch der Benzinpreis neue Rekordhöhen. Wie der ADAC am Donnerstag mitteilte, kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 1,692 Euro. Dies sind immerhin 4,4 Cent mehr als noch in der Vorwoche. Der Preis für Dieselkraftstoff ist ebenfalls um 3,3 Cent gestiegen und kostet jetzt 1,540 Euro pro Liter. Dies stellt ein neues Allzeithoch dar.