Nachdem am vergangenen Sonntag Ursula von der Leyen mit schockierenden Zahlen zum sinkenden Rentenniveau bis 2030 eine medienwirksame Diskussion um die Zuschussrente in Gang gebracht hat, fragen sich vielleicht einige ehemalige Lebensversicherungskunden, ob es eine gute Idee war, ihre Versicherung zu kündigen. Denn den neusten Zahlen von map-report zufolge haben im vergangenen Jahr 2011 über 880.000 Verbraucher ihren Vertrag für eine Lebensversicherung aufgelöst.
Viele Lebensversicherungen für die Altersvorsorge gekündigt
Von den 15 größten Lebensversicherungsgesellschaften konnten lediglich vier ihren Bestand erhöhen, die restlichen elf mussten Einbußen bis in den sechsstelligen Bereich hinnehmen. Allein die Ergo Lebensversicherung AG verzeichnete einen Abgang von über 170.000 Lebensversicherungsnehmern. Und auch andere bekannte Unternehmen wie Generali, Württembergische und AachenerMünchener verbuchten ein Minus zwischen 72.000 und 95.000 Kunden.
Nur wenige Unternehmen mit Zuwachs an Lebensversicherung
Insgesamt offenbart die „Bilanzanalyse Deutscher Lebensversicherer 2011“ vom map-report-Herausgeber Manfred Powereit einen Rückgang von 0,93 Prozent bei 88 untersuchten Lebensversicherern. Deutliche Gewinner gab es nur wenige. Zu ihnen zählen die R+V, Allianz, Debeka und die Alte Leipziger, bei denen jeweils mehr als 60.000 neue Lebensversicherungspolicen abschlossen wurden.
Gründe für Kündigung einer Lebensversicherung
Doch warum wanderten den Lebensversicherern 2011 so viele Kunden weg? Ein Grund ist in der wachsenden Unsicherheit der Deutschen zu finden, sich jahrelang an eine Lebensversicherung zu binden, die in letzter Zeit eher negative Schlagzeilen macht. Immer wieder ist zu lesen, dass sich Lebensversicherungen nur noch für Verbraucher lohnen, die ein sehr hohes Alter erreichen. Denn aufgrund von niedrigen Zinsen, die auch andere Altersvorsorgeformen belasten, haben viele Lebensversicherer durch die geringe Rendite Probleme, den Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden nachzukommen. So suchen die Lebensversicherungsgesellschaften nach neueren, besseren Anlageformen und müssen dazu eine längere Lebenserwartung ihrer Kunden kalkulieren.
Debatte um Altersarmut: Altersvorsorge ist wichtig
Auch wenn die Zahlen von Ursula von der Leyen sehr plakativ und vereinfacht sind: Eine private Altersvorsorge ist dringend notwendig. Daher sollten die Lebensversicherer ebenso dringend an ihrem Imageproblem arbeiten, um nicht noch mehr Kunden zu verlieren bzw. um von der jetzigen Altersarmut-Debatte zu profitieren. Denn ob die Zuschussrente, die eine Aufstockung der Rente für Geringverdiener auf bis zu 850 Euro vorsieht, kommt, ist angesichts der fehlenden Unterstützung von der CDU und von der Bundeskanzlerin Angela Merkel fragwürdig.








