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Neckermann-Pleite: Neckermann droht Ende September das Aus

Die Türen des Versandhändlers Neckermann.de könnten sich Ende September endgültig schließen. Das Unternehmen steht vor dem Aus, da sich bisher kein Investor zur Übernahme gefunden hat. Bis Ende des Monats hat Neckermann noch Zeit, doch für die Insolvenz-Verwalter besteht kaum noch Hoffnung. 2.400 Jobs sind bedroht.
Neckermann-Pleite: Neckermann droht Ende September das Aus

Joachim Kühne, einer der Insolvenzverwalter von Neckermann.de, hatte am Mittwoch im Rahmen einer Betriebsversammlung des Versandhändlers keine guten Nachrichten. Bisher hat sich noch kein Investor bereit erklärt, das Unternehmen zu übernehmen und damit das Überleben von Neckermann zu sichern. Noch gut zwei Wochen bis Ende September verbleiben, in denen ein Geldgeber gefunden werden kann. „Doch die Lage (…) wird immer aussichtsloser“, musste Kühne nahezu hoffnungslos feststellen.

Bisher kein Investor bereit zur Neckermann-Übernahme

Auch Neckermann-Chef Henning Koopmann schätzt die Lage des Versandhändlers schlecht ein: „Ohne einen Investor ist bei Neckermann.de im Herbst Schluss.“ Für das Traditionsunternehmen und die rund 2.400 Beschäftigten bedeutet ein fehlender Geldgeber das endgültige Aus. Bisher hatten rund 50 ernsthafte Interessenten das Unternehmen geprüft. Dabei sind die Investoren jedoch auf erhebliche Mängel gestoßen. Zu lange habe Neckermann.de nicht kostenbewusst gewirtschaftet, lautet einer der Kritikpunkte. Michael Frege, der neben Kühne als Insolvenzverwalter tätig ist, fügt hinzu, dass die Prüfer überall „auf die sichtbar schlimmen Folgen für die Wirtschaftlichkeit des Betriebs gestoßen“ sind.

Lage für die Neckermann-Mitarbeiter zunehmend aussichtsloser

Aufgrund der Prüfergebnisse sinken die Chancen auf eine Weiterführung von Neckermann. Seit Mitte Juli, als das Unternehmen Insolvenz anmelden musste, ist der Versandhändler schon auf der Suche nach einem Investor. Die rund 2.400 Mitarbeiter werden derzeit von der Arbeitsagentur unterstützt und erhalten Insolvenzausfallgeld. Angesichts der negativen Einschätzung Freges, dass „die Herausforderungen bei einer Übernahme von Neckermann zu komplex erscheinen“, werden die Beschäftigten auch ab Oktober vom Arbeitsamt abhängig sein, nachdem sie ihren Job beim Traditionsunternehmen verloren haben.

Ende einer 62-jährigen Unternehmensgeschichte steht bevor

Die Neckermann.de GmbH wurde 1950 in Frankfurt am Main gegründet und ist nach eigenen Angaben einer der führenden Versandhändler in Europa. Als einer der ersten startete das Unternehmen 1995 mit seinem eigenen Online-Shop. 80 Prozent des Umsatzes wird mittlerweile über das Internet erwirtschaftet. Nach gescheiterten Sanierungsversuchen sucht Neckermann seit Mitte Juli vergeblich nach einem Investor, der das Unternehmen übernehmen und damit retten kann. Der Reise-Anbieter Neckermann Reisen ist indes nicht von der Insolvenz betroffen, da dieser zu Thomas Cook gehört.

Bildquelle: neckermann.de GmbH