AOK, Barmer GEK und DAK wollen keine Prämien zahlen
Die Ankündigung der Techniker Krankenkasse vom 14.09.2012 findet bisher kaum große Nachahmer. Weder die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) noch die Barmer und die DAK Gesundheit wollen die GKV Überschüsse direkt an ihre Mitglieder auszahlen.
Kleinere Krankenkassen wie die Hanseatische oder die BKK Wirtschaft und Finanzen wollen ihren Mitglieder ebenfalls eine kleine Prämie auszahlen und hoffen dadurch auf Neukunden der Prämienverweigerer.
Keine Prämie aber dafür Zusatzleistungen für Mitglieder
Eine gute Alternative zur direkten Prämienauszahlung sehen viele große Krankenkassen in der Investition der Überschüsse in sinnvolle Zusatzleistungen wie erweiterte Präventions- und Fitnessangebote sowie Kostenübernahme für Zahnreinigung. Auch andere bisher kostenpflichtige GKV Angebote wie Osteopathie und Naturheilkunde könnten durch die Überschüsse finanziert werden. Konkrete Pläne konnte jedoch keine der gesetzlichen Krankenversicherungen nennen.
GKV: Überschüsse von 21,8 Milliarden Euro
Hintergrund der Diskussion um Prämienauszahlungen sind die angehäuften Überschüsse der gesetzlichen Kassen, die sich nunmehr auf 21,8 Milliarden Euro belaufen sollen. Die Auszahlung der Überschüsse einzelner Krankenkassen könnte für die GKV Mitglieder den größten Anreiz für einen Kassenwechsel liefern. Seit der Gesundheitsreform 2009 gibt es durch den einheitlichen Beitragssatz (15,5 %) aller gesetzlichen Kassen kaum noch Anreize für einen Wechsel innerhalb der GKV. Die potentielle Prämienauszahlungen 2013 könnten dies jedoch ändern.
Abschaffung der Praxisgebühr kein Thema für GKV
Mit der Praxisgebühr sollten unnötige Arztbesuche vermindert werden und die gesetzlichen Kassen so finanziell etwas entlasten. Den eigentlichen Zweck der Minimierung der Arztbesuche wurde dabei kaum erreicht. Stattdessen nehmen die Kassen im Jahr ca. 2 Millionen Euro zusätzlich durch die Praxisgebühr ein. Eine verfrühte Abschaffung sieht der Spitzenverband der Krankenkassen jedoch skeptisch entgegen und verwies auf mögliche Probleme in den nächsten Jahren. So könnte schon in den nächsten Jahren „der Gesundheitsfonds wieder in die roten Zahlen abrutschen.“
Gesundheitsminister Bahr für Abschaffung der Praxisgebühr
Nach Aussage vom Gesundheitsminister Daniel Bahr würde eine Abschaffung der Praxisgebühr die Patienten und Praxen spürbar entlasten – zumal diese Zusatzeinnahmen von den Kassen nicht mehr benötigt werden. Bahr will die Abschaffung im nächsten Koalitionsausschuss vorschlagen. Unterstützung erhält er dabei von SPD, Grünen und der Linken, die ebenfalls keinen Sinn mehr in der Praxisgebühr sehen. Gegenwind gibt es jedoch vom Koalitionspartner CDU, die bisher an der Praxisgebühr festhalten wollen.








