Am Ende ging es doch recht schnell. Über viele Monate hinweg konnte oder wollte sich die SPD auf keinen Gegner für die amtierende Kanzlerin Angela Merkel bei der kommenden Bundestagswahl 2013 festlegen. Am gestrigen Freitag verzichtete Frank-Walter Steinmeier auf den Posten des Kanzlerkandidaten und Sigmar Gabriel, der ebenfalls in der engeren Auswahl stand, schlug als letzte verbliebene Alternative Peer Steinbrück vor.
SPD: „Jetzt sind wir im Wahlkampfmodus“
Die Partei stellt sich nun geschlossen hinter ihren Kandidaten und ist im „Wahlkampfmodus“, wie die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen Hannelore Kraft gegenüber der „Bild“ sagte. Für sie habe Steinbrück insbesondere in seiner Zeit als Bundesfinanzminister von 2005 bis 2009 gezeigt, dass er das Land führen könne. Franz Müntefering gab sich indes sicher, dass der Großteil der SPD wisse, dass sie mit Steinbrück eine große Chance haben. Auch die Mehrheit der Deutschen ist mit Steinbrück als Kanzlerkandidaten zufrieden. Das ergab eine Blitzumfrage der ARD-„Tagesthemen“. Nur 21 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Steinbück kein guter Kandidat ist.
Merkel liegt in Umfrage klar vorne
Die Umfrage offenbarte jedoch, dass Steinbrück in vielen Punkten hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel liegt. So hat der frisch gekürte Kanzlerkandidat nur beim Thema soziale Gerechtigkeit einen Vorsprung gegenüber der Regierungschefin. 40 Prozent der Befragten meinen, dass sich Steinbrück stärker für die soziale Gerechtigkeit einsetzen würde, lediglich 24 Prozent finden, dass dies Merkel tun würde. In allen anderen Umfragethemen führt die Bundeskanzlerin mit bis zu 40 Prozent vor ihrem Kontrahenten. Merkel rangiert nicht nur bei der Frage nach Glaubwürdigkeit und Sympathie vor Steinbrück, sondern auch in Bezug auf die stärkere Führungspersönlichkeit. Könnten die Teilnehmer der Umfrage den Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin direkt wählen, würde klar Merkel mit 50 Prozent der Stimmen gewinnen, Steinbrück käme nur auf 36 Prozent.
Überraschende Nominierung von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat
Die SPD und insbesondere Peer Steinbrück müssen noch einiges tun, damit die Wahl im kommenden Jahr weniger eindeutig ausfällt als die Umfrage. Jedoch kam die Nominierung Steinbrücks für die meisten Deutschen überraschend, sodass davon auszugehen ist, dass sich die Befragten der Blitzumfrage bisher weniger mit dem SPD-Kandidaten auseinandergesetzt haben als mit der Bundeskanzlerin. Steinbrück hat nun etwas weniger als ein Jahr Zeit, die Bevölkerung von sich zu überzeugen. Heute wird er auf dem Landesparteitag der SPD in Nordrhein-Westfalen zum ersten Mal nach der Ernennung zum Kanzlerkandidaten zur Parteibasis sprechen. Dort kann er an Profil gewinnen.
Bildquelle: Daniel Biskup/SPD








