Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht in seinem aktuellen Lagebericht zur Brechdurchfall-Welle von dem mit Abstand größten bekannten lebensmittelbedingten Ausbruch in Deutschland. Seit Mitte letzter Woche sind unzählige Kinder und Jugendliche an der Magen-Darm-Grippe erkrankt, auch das Personal von Schulen und Kindertagesstätten ist betroffen. In Sachsen wurde bisher in 118 Einrichtungen mindestens ein Krankheitsfall gemeldet, insgesamt sind es in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt 342 Institutionen. Auf der Suche nach dem Erreger und der Quelle der Epidemie sind Experten nun einen Schritt weiter gekommen: Das hochansteckende Norovirus wurde als Ursache der Erkrankung bei 16 Fällen in Sachsen nachgewiesen, in Thüringen bei sieben Erkrankten.
RKI sucht mit Hochdruck nach Erreger der Magen-Darm-Erkrankungen
Das RKI äußerte sich bisher nur wenig zu den Untersuchungsergebnissen aus Sachsen und Thüringen. „Wir müssen nicht jedes Laborergebnis kommentieren“, sagte Sprecherin Susanne Glasmacher. Offenbar will das Institut verhindern, dass es zu einer ähnlichen Situation wie bei der EHEC-Welle 2011 kommt. Damals konnte der Erreger – rohe Sprossen – erst nach Wochen eindeutig identifiziert werden, bis dahin gab es viele Spekulationen, die Verbraucher stark verunsicherten. Bis die Ursache der Magen-Darm-Erkrankungen hundertprozentig festgestellt werden kann, wird das RKI weiter Speisepläne, Essensproben, Laboranalysen und Lieferwege untersuchen.
Abschwächen der Krankheitswelle deutet sich an
Immerhin sollte der Ferienbeginn in Berlin und Brandenburg am 1. Oktober dazu führen, dass sich Kinder und Jugendliche nicht weiter in den Schulen gegenseitig anstecken. Das Robert-Koch-Institut schreibt, dass die Mehrzahl der Erkrankungen zwischen dem 26. und 27. September aufgetreten sind. Es ist demnach davon auszugehen, dass der Höhepunkt der Magen-Darm-Welle bereits erreicht worden ist. Die Krankheitsfälle verlaufen zudem „kurz und unkompliziert“, wie das RKI in seinem Lagebericht mitteilt. Nur 23 Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Quelle der Magen-Darm-Erkrankungen immer noch ungeklärt
Auch wenn sich die Hinweise auf den möglichen Erreger der Magen-Darm-Grippe verdichten, bleibt die Frage nach der Quelle weiterhin offen. Im Verdacht steht das Kantinenessen der Schulen. Ein Großteil der betroffenen Einrichtungen sind Kunden vom gleichen Essenslieferanten Sodexo. Dieser wies alle Vorwürfe zurück, dass die Infektionen durch verunreinigtes oder verdorbenes Essen des Caterers verursacht wurden.
Wie Sie sich gehen eine Magen-Darm-Erkrankung schützen können
Um nicht selbst unter dem Brechdurchfall zu leiden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut, sich an die allgemeinen Hygieneregeln zu halten. Insbesondere in Kitas, Schulen und Krankenhäusern ist darauf zu achten, sich gründlich die Hände zu waschen. In der Nähe von Erkrankten sollte ein Mund-Nasen-Schutz getragen und sämtliche Gegenstände, die von dem Patienten benutzt oder berührt worden sind, desinfiziert werden. Je nach Erreger kann die betroffene Person hoch ansteckend sein. Insbesondere das Norovirus verbreitet sich schnell, da Menschen allein durch Hand-Kontakt mit infizierten Flächen erkranken können. Am morgigen Montag, dem 01. Oktober 2012, wird das RKI einen neuen Lagebericht veröffentlichen, der hoffentlich klären kann, was die Quelle der Magen-Darm-Epidemie in Ostdeutschland ist.








