Verbraucher müssen sich für das kommende Jahr auf deutlich höhere Strompreise einstellen. Schuld daran ist die sogenannte EEG-Umlage, denn diese werde 2013 wohl auf über fünf Cent pro Kilowattstunde steigen, erklärte am heutigen Dienstag der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Die Stromkunden müssten dann noch tiefer für die Energiewende in die Tasche greifen: Ein Vier-Personen-Haushalt, der in diesem Jahr im Schnitt noch 125 Euro für Strom zahlt, würde dann 2013 mehr als 180 Euro aufbringen müssen. Wie hoch die Ökostromumlage im nächsten Jahr genau ausfallen wird, soll am 15. Oktober 2012 bekannt werden.
Stromspar-Treffen im Bundesumweltministerium
Nach Ansicht von Bundesumweltminister Peter Altmaier sei Stromsparen derweil der einzige Weg für Verbraucher, den stetig steigenden Strompreisen zu trotzen. Um über konkrete Maßnahmen für mehr Stromeinsparungen in Deutschland zu beraten, lädt Altmaier heute zu einem Runden Tisch in sein Ministerium ein. Bei dem Stromspar-Treffen sollen Verbraucherschützer, Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Kommunen und der Energiebranche über Möglichkeiten zur Energieeinsparung sprechen. Vorschläge wie eine Senkung der Stromsteuer oder die Einführung von Sozialtarifen für Einkommensschwache hatte der Bundesumweltminister zuvor bereits abgelehnt.
Sparsamer Umgang mit Strom bleibt einzige Lösung
Um den steigenden Strompreisen entgegenzuwirken, plädiert Altmaier vielmehr für die Ausweitung von Beratungsangeboten für Stromkunden. "Wir wollen eine kostenlose Energieberatung für private Haushalte anbieten. Weil eben uns die Experten sagen, wir können hier über 30 Prozent Strom einsparen und das wäre auch dann eine Möglichkeit steigende Strompreise auszugleichen", zitiert "tagesschau.de" den Bundesumweltminister. Bislang können nur Empfänger von Soziallleistungen kostenlos eine solche Energieberatung erhalten.
Bundeskartellamt und SPD mahnen Ökostrom-Reform an
Um die Stromkosten für die Verbraucher zu begrenzen, fordert das Bundeskartellamt dagegen eine Reform bei der Förderung erneuerbarer Energien. "Die Förderung in der Form, wie wir sie bislang kennen, läuft aus dem Ruder", sagte dazu der Präsident Andreas Mundt gegenüber "manager magazin online". Auch die SPD verlangt nach einer Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). "Vor allem das schlechte Management der Bundesregierung treibt die Preise nach oben", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil. "Hinzu kommt das Problem, dass 16 Länder 16 eigene Energiekonzepte haben und es an Koordinierung durch den Bund mangelt. Alle paar Monate ein unverbindlicher Energiegipfel ist da zu wenig."








