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Ärztestreik: Praxisschließungen für Mittwoch geplant

Die seit Wochen andauernden Verhandlungen zwischen den Ärzten und Krankenkassen kommen nicht voran. Erst Mitte September konnten im Honorarstreit in letzter Sekunde Praxisschließungen abgewendet werden. Nun müssen Patienten wieder befürchten, am Mittwoch (10.10.2012) vor geschlossenen Türen zu stehen.
Ärztestreik: Praxisschließungen für Mittwoch geplant

Nachdem die Honorarverhandlungen zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband nach rund drei Wochen Pause am letzten Donnerstag fortgeführt wurden und ohne eine Einigung geendet sind, ruhen die Hoffnungen nun auf die entscheidende Verhandlungsrunde am heutigen Dienstag. Doch nach Meinung der mehr als 30 Ärzteverbände, die sich zu einer Allianz zusammengeschlossen haben, senden die Krankenkassen die falschen Signale aus. Sie seien nicht bereit, ihre Haltung zu ändern, teilte der Ärzteverbände-Allianz-Sprecher Dirk Heinrich mit.

Proteste und geschlossenen Praxen am Mittwoch möglich

Der KBV hat aufgrund der festgefahrenen Verhandlungsgespräche für Mittwoch, den 10. Oktober 2012, angekündigt, dass die Arztpraxen komplett geschlossen bleiben oder Ärzte nur eingeschränkt arbeiten werden. Dies sei der erste von vielen Aktionstagen. Heinrich erklärte in der Pressemitteilung des NAV-Virchow-Bundes, dass dies „nur der Beginn der öffentlichen Auseinandersetzung mit den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland“ ist. Die Ärzteverbände stellen sich „auf einen langen Kampf ein, denn es geht hier um viel mehr als das Honorar.“ Den Ärzten ist es wichtig zu klären, wer in Zukunft die medizinische Entwicklung beeinflussen wird – Beitragsverwalter oder Mediziner. Denn die Auffassungen der Krankenkassen und der Ärzte in Bezug auf die medizinische Versorgung liegen weit auseinander.

Ärztestreik: Demonstrationen geplant

Im Zuge des Ärztestreiks sind neben den vorgesehenen Praxisschließungen auch Demonstrationen der Ärzte und der medizinischen Fachangestellten vor den Zweigstellen der gesetzlichen Krankenversicherungen geplant. An welchen Orten genau demonstriert werden soll, können Verbraucher auf praxisteams-deutschland.de erfahren.

Kassen bieten 900 Millionen Euro mehr Honorar

Das aktuelle Angebot des GKV-Spitzenverbandes liegt derzeit bei rund 900 Millionen Euro. Ursprünglich wollten die Krankenkassen die Honorare der niedergelassenen Ärzte um 2,2 Milliarden Euro kürzen, waren im Zuge eines Schlichterspruchs jedoch bereit, 270 Millionen Euro mehr zu zahlen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung fordert eine Honorarerhöhung um 3,5 Milliarden Euro. Dies ist rund vier Mal so viel als das derzeitige Angebot. Aufgrund der geringen geplanten Honorarerhöhung gab es bereits Mitte September Proteste gegen die Krankenkassen.

Ärzte fordern 3,5 Milliarden Euro

Der KBV will dieses Mal einen Schlichterspruch und somit „eine Verschlechterung der ambulanten Versorgung unserer Patienten und Patientinnen nicht akzeptieren“, wie Dirk Heinrich betonte. Die Krankenkassen müssen sich weiter darauf einstellen, dass Anfragen nur vor 8 Uhr oder nach 18 Uhr von den niedergelassenen Ärzten beantwortet werden. Das Motto, so Heinrich, lautet: „Patientenwohl geht vor Bürokratiewahn“.

Praxisschließungen wahrscheinlich

Die Hoffnungen, dass die vierte Verhandlungsrunde zwischen Ärzten und Krankenkassen am heutigen Dienstag zu einem positiven Ergebnis führt, sind gering. Denn der unparteiische Vorsitzende des sogenannten Erweiterten Bewertungsausschusses, Jürgen Wasem, hat bereits für den 22. Oktober einen neuen Verhandlungstermin geplant. So ist es sehr wahrscheinlich, dass am Mittwoch deutsche Bürger von geschlossen Arztpraxen stehen werden, wenn die Krankenkassen nicht zum Einlenken bereit sind und den Ärzten ein höheres Honorarangebot machen.