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Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley erhalten umstrittenen Wirtschaftsnobelpreis

Der 44. Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird in diesem Jahr an die Ökonomen Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley vergeben. Die Auszeichnung ist nicht unumstritten – denn eigentlich geht sie gar nicht auf das Testament von Alfred Nobel zurück.
Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley erhalten umstrittenen Wirtschaftsnobelpreis

Am heutigen Montag entschied die Schwedische Wissenschaftsakademie in Stockholm, dass Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley den diesjährigen Wirtschaftsnobelpreis erhalten sollen. Die beiden US-Wissenschaftler werden für ihre Verdienste im Bereich der experimentellen Wirtschaftsforschung und des Marktdesigns geehrt.

Wirtschaftsnobelpreis ist kein Nobelpreis

Der Wirtschaftsnobelpreis gilt als renommierteste Auszeichnung in den Wirtschaftswissenschaften, geht jedoch im Gegensatz zu allen anderen Nobelpreisen nicht auf den schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel, sondern auf die schwedische Reichsbank zurück. Da der in Erinnerung an Alfred Nobel gestiftete Preis für Wirtschaftswissenschaften mit der gleichen Preissumme wie alle anderen Nobelpreise dotiert ist (im Jahr 2012 mit acht Millionen Kronen, umgerechnet rund 900.000 Euro) und jeweils zeitgleich von der Jury bekanntgegeben und verliehen wird, wird er jedoch häufig als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet.

Preisvergabe am 10. Dezember 2012

Alvin E. Roth und Lloyd S. Shapley werden den Preis pünktlich zum Todestag von Alfred Nobel am 10. Dezember 2012 bei einer feierlichen Vergabe in Stockholm entgegennehmen dürfen. Der Wirtschaftsnobelpreis wurde seit 1969 in jedem Jahr vergeben. Zu den nun insgesamt 71 Preisträgern gehört bisher nur eine einzige Frau. Im vergangenen Jahr waren die US-Ökonomen Thomas J. Sargent und Christopher A. Sims für ihre empirische Untersuchung von Ursache und Wirkung in der Makroökonomie mit dem Preis ausgezeichnet worden.

Kritik am Friedensnobelpreis

In den letzten Tagen hatte die Schwedische Wissenschaftsakademie bereits verkündet, wer die Nobelpreise für Medizin, Physik, Chemie und Literatur sowie den Friedensnobelpreis in diesem Jahr erhalten wird. Besonders die Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers für den Friedensnobelpreis – der Europäischen Union – hatte weltweit für Schlagzeilen und viel Kritik gesorgt. Das Nobelkomitee erklärte in der vergangenen Woche, die EU werde „für über sechs Jahrzehnte, die zur Entwicklung von Frieden und Versöhnung, Demokratie und Menschenrechten in Europa beitrugen“ mit der Auszeichnung geehrt. Euroskeptiker kritisierten die Vergabe derweil als tragischen Fehler und reagierten mit Hohn, Spott und Empörung auf die Bekanntgabe. Das Komitee des Aachener Friedenspreises kritisierte, dass die EU für ihre angeblichen Verdienste um Frieden und Menschenrechte geehrt werde, während sie an ihren Außengrenzen Flüchtlinge in den Tod schicke.