Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beziehen vor allem Rentner ab dem 65. Lebensjahr die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem 4. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch (SGB XII). Von jeweils 1.000 Bürgerinnen und Bürgern waren zum Ende des vergangenen Jahres 29 Frauen und 22 Männer auf entsprechende Sozialleistungen angewiesen. Auffallend häufig wurde die Grundsicherung im Alter von Frauen ab 65 Jahren aus den alten Bundesländern in Anspruch genommen: Während in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin im Schnitt 19 von 1.000 Frauen entsprechende Sozialleistungen erhielten, waren es im früheren Bundesgebiet 32 von 1.000 Rentnerinnen.
Viele Leistungsempfänger in Bremen, Berlin und Hamburg
Von 1.000 volljährigen Bundesbürgern waren zum Jahresende 2011 durchschnittlich 12 Personen auf Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen, meldet das Statistische Bundesamt. Insbesondere in den Großstädten Bremen, Berlin und Hamburg wurde die Grundsicherung häufig bezogen: In Berlin und Hamburg erhielten jeweils 21 von 1.000 Einwohnern die Grundsicherung, in Bremen waren es laut Destatis sogar 23 von 1.000 Personen. Am seltensten wurden die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in den Bundesländern Thüringen und Sachsen beansprucht: Hier erhielten lediglich sieben von 1.000 Einwohnern ab 18 Jahren die staatliche Hilfe. Dennoch: Mit 844.030 Hilfebeziehern im gesamten Bundesgebiet hat die Zahl der Empfänger von Grundsicherung einen neuen Höchststand erreicht.
Zahl der Empfänger wächst weiter
Seit der Einführung der Grundsicherung im Jahr 2003 steigt die Zahl der Leistungsempfänger, deren Rente zu niedrig ist oder die dauerhaft erwerbsunfähig sind, kontinuierlich an. Waren es Ende 2003 bundesweit lediglich 438.831 Leistungsbezieher, so hat sich diese Zahl mittlerweile fast verdoppelt. Im Vergleich zum Jahr 2010 stieg die Zahl der Empfänger von Grundsicherung laut Destatis um 5,9 Prozent an. Besonders besorgniserregend: Vor allem die Zahl der Personen, die 65 Jahre und älter sind, nehmen die Grundsicherung immer häufiger in Anspruch. Der Debatte um die Bekämpfung der Altersarmut in Deutschland werden die Zahlen des Bundesamtes damit wohl neuen Antrieb geben.








