finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Steuereinnahmen bis Ende 2012 von mehr als 600 Milliarden Euro möglich

Für die Steuereinnahmen der Bund, Länder und Gemeinden zeichnet sich 2012 ein Rekord ab. Nachdem auch im September die Steuereinnahmen mit 50,8 Milliarden Euro höher als im Vorjahr ausgefallen sind, könnten die Einnahmen bis Jahresende mehr als 600 Milliarden Euro betragen. Doch das Finanzministerium warnt.
Steuereinnahmen bis Ende 2012 von mehr als 600 Milliarden Euro möglich

50,8 Milliarden Euro haben die Steuereinnahmen von Bund und Länder im September 2012 betragen. Das sind 4, 2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Grundlage für dieses Steuerplus ist vor allem die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt, die seit Monaten anhält. Viele Beschäftigte bedeuten mehr Einnahmen aus der Lohnsteuer, die auf knapp 11,2 Milliarden Euro anstiegen. Auch höhere Umsatzsteuereinnahmen und Unternehmensgewinne führten dazu, dass die Steuereinnahmen von Januar bis September 5,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum betragen haben. Wie der Monatsbericht des Finanzministeriums belegt, liegen die Steuereinnahmen aufgrund des starken Arbeitsmarktes bis zum Ende des dritten Quartals 2012 bei 403.4 Milliarden Euro.

Mehr Steuern eingenommen als erwartet

Eigentlich haben die Experten der Steuerschätzung im Mai nur mit einem Plus von 4 Prozent für das Jahr 2012 gerechnet. Nun liegt es mit 5,6 Prozent derzeit 1, 6 Prozent über den Schätzwert, dabei sind die Steuereinnahmen der Gemeinden noch nicht einmal berücksichtigt. So zeichnen sich für das Gesamtjahr Rekordsteuereinnahmen von über 600 Milliarden Euro ab. Es wird erwartet, dass der Arbeitskreis „Steuerschätzung“ Ende Oktober seine Prognose an die neusten Entwicklungen anpassen wird.

Finanzministerium warnt vor abschwächender deutscher Wirtschaft

Die Steuereinnahmen, die bisher höher als erwartet ausgefallen sind, werden vom Bund und den Ländern genutzt, um den Haushalt zu sanieren. Bis Ende August konnte die Haushaltslücke der Länder im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3 Milliarden Euro auf 4,9 Milliarden Euro verkleinert werden. Doch die gute Arbeitsmarktlage könnte nicht mehr lange anhalten. Denn das Finanzministerium warnt davor, dass sich die deutsche Wirtschaft zum Ende des Jahres abflaut. „Im Schlussquartal 2012 dürfte es in Deutschland jedoch zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung kommen“, heißt es im Monatsbericht. Dies lässt sich darauf zurückzuführen, dass einige Euro-Länder wirtschaftlich schwach gestellt sind.  

Prognose: Über 700 Milliarden Euro Steuereinnahmen bis 2017

Nichtsdestotrotz stehen die Anzeichen für sprudelnde Steuereinnahmen in den kommenden Jahren gut. Bis Ende 2012 werden es nun voraussichtlich über 600 Milliarden Euro und damit rund 27 Milliarden Euro mehr als 2011 sein, bis 2017 könnten die Einnahmen aus den Steuern sogar um 100 Milliarden Euro auf mehr als 700 Milliarden Euro steigen.