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Maklergebühr: Vermieter soll ab 2013 Maklerprovision zahlen

Der Wohnraum in Berlin, München oder Hamburg wird immer knapper und die Mieten steigen umso mehr. In Wohnungsanzeigen stoßen Suchende zudem oft auf die Maklerprovision. Die Kosten für den Makler müssen meistens die Mieter zahlen, was die Wohnungssuche erschwert. Nun soll geregelt werden, dass die Maklergebühren in Zukunft immer vom Vermieter getragen werden.

Wer in Ballungszentren eine Wohnung sucht, wird meist nicht davon verschont, neben einer hohen Miete und einer Kaution auch eine Provision für den Makler zu zahlen. Üblicherweise betragen die Maklergebühren bis zu zwei Monatskaltmieten. Doch gesetzlich ist nicht festgelegt, dass der Mieter die Maklerkosten zu tragen hat. Genau genommen gibt es gar keine Regelung darüber, wer die Wohnungsvermittlung zu bezahlen hat. Dies soll sich nun ändern. Im Bundesrat deuten Anzeichen darauf hin, dass 2013 eine Neuregelung für Maklergebühren auf den Weg gebracht werden kann.

Makler soll vom Vermieter bezahlt werden

Die Gesetzesinitiative sieht vor, dass in Zukunft derjenige die Kosten für den Makler trägt, der ihn beauftragt hat. Nach dem sogenannten Bestellerprinzip soll künftig der Vermieter die Maklerprovision zahlen. Die Änderung des Wohnungsvermittlergesetzes hat das Bundesland Hamburg angeregt, aus Nordrhein-Westfalen ist bereits Zustimmung vernommen worden. Der NRW-Wohnungsminister Michael Groschek sagte dazu gegenüber der „Rheinischen Post“: „Wer den Makler bestellt, der bezahlt ihn auch: Das ist ein faires Prinzip.“

Viele Länder unterstützen neue Maklergebühr-Regelung

Auch aus Schleswig-Holstein ist Unterstützung zu erwarten. Das Bundesland gegrüßt im Grundsatz die Zielrichtung der geplanten Änderung. Die Länder Brandenburg, Bremen und Baden-Württemberg stehen der Neuregelung der Maklergebühren zudem offen gegenüber. Eine Sprecherin der Berliner Stadtentwicklungsbehörde sagte, dass Berlin die Initiative unterstützen könnte, wenn dadurch die Kosten für den Wohnungssuchenden wirklich verringert werden, wie die „Bild“ berichtet.

Umlage der Maklerkosten auf Miete droht

Wohnungssuchende stellen sich nun die Frage, ob die Mehrkosten durch die Maklergebühr für den Vermieter nicht zu einer höheren Miete führen könnten. Während Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund diese Befürchtung für unbegründet hält, findet es Gerold Happ, Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer, für wahrscheinlich, dass die Maklerprovision bei Neuvermietung auf die Mietkosten umgelegt wird. Allerdings wollen die Vermieter ihre Wohnung auch vermieten. Bei einer zu hohen Miete bleiben die Mieter aus, wie die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes NRW, Elisabeth Gendziorra, argumentiert.

Mieter sollen gestärkt werden

In dünnbesiedelten Landstrichen wird die geplante gesetzliche Pflicht, dass Vermieter Maklerkosten zahlen müssen, kaum zu Veränderungen führen. Dort übernehmen die meisten Wohnungsvermieter bereits die Maklerprovision. In Großstädten könnten jedoch die Mieter profitieren. Dazu muss allerdings  verhindert werden, dass am Ende doch der Wohnungssuchende die Kosten der Wohnungsvermittlung über die Miete zahlt. Andernfalls würde die Gesetzesinitiative ihre Wirkung verfehlen.