Die Zeitumstellung ist jedoch umstritten. Der ursprüngliche Zweck der Energieeinsparung kann nach verschiedenen Untersuchungen somit nur unzureichend erfüllt werden. Je nach Region führt die Zeitumstellung zum Sommer sogar zu einer Erhöhung des Energieverbrauchs, da in den frühen Morgenstunden vermehrt geheizt wird und gerade in wärmeren Regionen Klimaanlagen intensiver in den Abendstunden benutzt werden. Die Bundesregierung bestätigte im Jahr 2005, dass die beabsichtigte Energieeinsparung nicht erreicht wurde. Allerdings will man die Zeitumstellung nicht abschaffen, solange die anderen EU-Mitgliedsstaaten daran festhielten.
Längere Fahrtzeiten
Auch in anderen Bereichen kann sich die Umstellung als problematisch erweisen. So muss beim Zugverkehr jeweils eine zusätzliche bzw. eine fehlende Stunde in den normalen Fahrplänen kompensiert werden. Vor allem die fehlende Stunde bei der Umstellung zur Sommerzeit führt teilweise zu Verspätungen, umgekehrt kommen bei der zusätzlichen Stunde bei der Umstellung zur Winterzeit die Züge zwar eher pünktlich an. Gerade bei längeren Wegstrecken müssen viele Züge jedoch an Bahnhöfen eine Stunde lang angehalten werden, was zu längeren Fahrzeiten führt.
Arbeitsrechtliche Probleme
Menschen, die während der Zeitumstellung nicht schlafen, sondern etwa im Schichtdienst arbeiten, profitieren entweder davon, dass ihre Arbeitszeit um eine Stunde verkürzt wird, oder dass sie eine Stunde länger arbeiten müssen. Insbesondere bei einer längeren Arbeitszeit gibt es zum Teil Schwierigkeiten die gesetzlich geregelten Ruhe- und Pausenzeiten einzuhalten. Hier bedarf es je nach Art der Arbeit und Betriebsstruktur individueller Regelungen.
Medizinische Auswirkungen
Ärzte und Psychologen weisen zudem immer wieder darauf hin, dass die Zeitumstellung sowohl im Frühling als auch im Herbst eine Anpassung des chronobiologischen Rhythmus der Menschen erfordert. Wer unter Schlafproblemen leidet, hat oft besonders in der Zeit nach der Umstellung vermehrt Störungen im Schlafrhythmus. Aber auch Patienten mit organischen Erkrankungen werden von der Zeitumstellung beeinflusst. So wurde nachgewiesen, dass die Umstellung auf die Sommerzeit etwa das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht.
Keine Abschaffung der Zeitumstellung geplant
Die Diskussion um die Zeitumstellung wird alle sechs Monate neu entfacht. Während sich die meisten Menschen im Frühling über die gestohlene Zeit ärgern und im Herbst über die zusätzliche Stunde freuen, sind die Auswirkungen auf unseren Alltag sehr viel weitreichender als oft vermutet. Dennoch wird es wohl in nächster Zeit nicht zu einem Umdenken kommen, auch deshalb, weil dies eine Einigung von zahlreichen Staaten erfordern würde.








