Falls nach Ihrem Tod eine Spende von Organen oder Geweben zur Transplantation in Frage kommt, wären Sie dann bereit zu einer solchen Spende? Mit dieser Frage werden sich künftig wieder mehr Menschen auseinandersetzen, denn durch das heute in Kraft tretende Entscheidungsgesetz zur Organspende wird sie allen Bürgern ab 16 Jahren ab sofort regelmäßig gestellt. Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Versicherungsunternehmen sind durch eine Neuregelung im Transplantationsgesetz dazu verpflichtet, ihre Mitglieder bis spätestens November 2013 anzuschreiben und über die Möglichkeiten der Organspende zu informieren. Die Versicherten werden in diesem Zusammenhang gefragt, ob sie nach ihrem Tod zu einer Organspende bereit sind.
Organspende: "Niemand soll gezwungen werden"
Zur Antwort verpflichtet wird dabei jedoch niemand. Mit der Entscheidungslösung will die Bundesregierung zwar die Bereitschaft zur Organspende erhöhen, die Versicherten allerdings nicht zu einer Entscheidung drängen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) erklärte diesbezüglich: "Niemand soll gezwungen werden zu einer Entscheidung. Aber es ist auch klar: Jeder, der sich zu Lebzeiten für eine Organspende entscheidet, entlastet seine Angehörigen." Es verdiene jedoch auch Respekt, "wenn jemand diese Entscheidung aber nicht oder vielleicht noch nicht treffen möchte", so Bahr. Die Versicherten sollen daher künftig alle zwei Jahre Post von ihrer Krankenversicherung erhalten und zur Spendebereitschaft befragt werden. Die Organspende sei ein Akt der Nächstenliebe, der kein Zwang sein könne, für den es aber eine Menge gute Argumente gebe, sagte der Bundesgesundheitsminister. Allein in Deutschland warten derzeit rund 12.000 Menschen auf eine Spenderorgan. Täglich sterben drei von ihnen, weil kein passendes Organ für sie gefunden werden kann.
Post von der Krankenversicherung
Die Techniker Krankenkasse (TK) hat bereits angekündigt, ihre knapp sieben Millionen Mitglieder noch in diesem Monat anzuschreiben. "Die Berichte über mögliche Manipulationen bei einigen Organvergaben haben viele Menschen verständlicherweise verunsichert", sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas der dapd. "Daher sind wir der Meinung, dass sie gerade jetzt sachliche und ergebnisoffene Informationen brauchen." Andere gesetzliche Kassen, darunter die AOK, die Barmer GEK und die DAK werden ihre Mitglieder erst 2013 fragen, ob sie für oder gegen die Organspende sind.
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