Seit dem 1. Januar 2013 gelten neue Verdienstgrenzen für Mini- und Midijobber, sie dürfen nun bis zu 450 Euro bzw. 850 Euro verdienen. Eine Untersuchung zeigt nun, wo es die meisten Mini-Jobber gibt und wie hoch der Anteil an der Gesamtbeschäftigung in manchen Gegenden Deutschlands ist. Demnach ist der „typische“ Minijobber weiblich und lebt im Westen der Republik. Das geht laut der „Welt“ aus der unveröffentlichten Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Die Forscher untersuchten dabei vor allem den Anteil von Minijobs an der Gesamtheit der Arbeitsplätze. Dafür wurden die entsprechenden Quoten für alle Städte und Landkreise ermittelt. Insbesondere in der westdeutschen Provinz haben Minijobs demnach einen sehr hohen Anteil an der Gesamtbeschäftigung. Zum Teil machen die zur Zeit der Untersuchung noch mit maximal 400 Euro vergüteten Minijobs ein Drittel aller Arbeitsverhältnisse aus. Gerade in ländlichen Gegenden herrscht demnach noch die „klassische“ Rollenverteilung, dass der Mann den Hauptteil des Einkommens erbringt, während die Frau etwa durch einen Minijob nur einen kleinen Anteil hinzusteuert. Dieses Gefälle zwischen Stadt und Land ließe sich am besten mit den fehlenden Angeboten zur Kinderbetreuung erklären. So hätten Frauen in ländlichen Regionen noch größere Schwierigkeiten Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.
Mehr Minijobs - mehr Altersarmut?
Eine bereits im Dezember 2012 veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung warnt zudem davor, dass Minijobs sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gefährden. Vor allem in der Dienstleistungsbranche werden immer mehr Minijobber beschäftigt um lange Öffnungszeiten und eine schwankende Auftragslage zu kompensieren. Ein weiterer Anstieg der Minijobs birgt dabei auch langfristig Gefahren. Den geringfügig Beschäftigten droht somit etwa Altersarmut. Aber auch generell können zu viele Minijobs die Sozialkassen belasten.
Minijobs laut Familienministerin frauenfeindlich
Gerade erst hat Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) zudem die geringfügige Beschäftigung als frauenfeindlich bezeichnet. In einem Interview in der Zeit-Beilage „Christ & Welt“ wies sie darauf hin, dass insbesondere Mütter durch die Minijobs häufig daran gehindert werden, wieder in gewünschtem Maße nach der Geburt ihrer Kinder in den Beruf zurückzukehren. Nicht selten würde eine Teilzeitbeschäftigung angestrebt, verfügbar sei dann aber nur eine geringfügige Beschäftigung. Die Minijobs verfehlten damit ihr Ziel eine Brücke in den Arbeitsmarkt zu schlagen. „Stattdessen sehen wir Klebeeffekte: einmal Minijob – immer Minijob.“, so die Ministerin.
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