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Diese Krankenkassen zahlen 2013 Prämien an ihre Versicherten

19 Krankenkassen wollen 2013 eine Prämie von bis zu 120 Euro an ihre Versicherten zahlen. Beitragsrückerstattungen erhalten unter anderem Kunden der Techniker Krankenkasse (TK), der IKK gesund plus, der HEK und der hkk. Andere Kassen verbessern dagegen ihr Leistungsangebot. Zudem sind 2013 keine Zusatzbeiträge geplant.

Nach Schätzungen soll sich der Überschuss der gesetzlichen Krankenversicherung Ende 2012 auf 30 Milliarden Euro belaufen haben. Endlich profitieren davon auch die Versicherten – und das liegt nicht nur an der Abschaffung der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013. In diesem Jahr planen bisher 19 gesetzliche Krankenkassen die Auszahlung einer Prämie. Die Versicherten der Atlas BKK Ahlmann, der BKK Rieker RW, der BKK Firmus und der G&V BKK können sich dabei über die höchste Rückzahlung freuen. Die Kassen zahlen eine Prämie von 120 Euro. Neben der Techniker Krankenkasse, die ihren Versicherten 80 Euro erstatten will, haben sich überwiegend kleinere Betriebskrankenkassen für eine Rückzahlung entschieden. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, welche Kassen noch Prämien an ihre Versicherten zahlen.

Mehr zu den Preis- und Leistungsunterschieden der gesetzlichen Krankenkassen finden Sie hier.

Krankenkassen: Rückzahlungen und bessere Leistungen 2013

Aufgrund der guten Finanzlage können sich nicht nur die Mitglieder der 19 gesetzlichen Krankenkassen über bares Geld von ihrem Versicherer freuen, sondern auch die Versicherten, deren Kassen ihr Leistungsangebot ausbauen. So haben einige Betriebskrankenkassen wieder Zuschüsse für Brillen eingeführt. Das ergab eine „Focus“-Umfrage unter 134 Krankenkassen. Seit 2004 erstattet die GKV nur noch Sehhilfen für Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr und für sehbeeinträchtigte Menschen. Nun zahlen zumindest wieder Anbieter wie die BKK Euregio und die BKK S+H für Gestell, Linsen oder Gläser – bis zu 200 Euro.

Kein Zusatzbeitrag 2013

Zum verbesserten Leistungsangebot zählt neben dem Brillenzuschuss auch die Übernahme der Kosten für eine professionelle Zahnreinigung. Weiterhin zahlen manche Kassen nun auch für einige Leistungen – wie die Mammografie bei Frauen unter 50 Jahren –, die normalerweise zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) gehören und von den Patienten selbst getragen werden müssen. Für alle GKV-Versicherten ist zudem erfreulich, dass sie nicht nur durch Ausschüttungen oder Erweiterungen der Leistungen von den Rücklagen der gesetzlichen Krankenversicherung profitieren, sondern auch dadurch, dass es 2013 keinen Zusatzbeitrag gibt. Erstmals seit Einführung des Gesundheitsfonds 2009 wird in diesem Jahr keine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag für ihre Mitglieder erheben.

Diese 19 Krankenkassen planen 2013 Rückzahlungen an ihre Mitglieder:

  • Atlas BKK Ahlmann: 120 Euro
  • BKK Firmus: 120 Euro
  • BKK Rieker RW: 120 Euro
  • G&V BKK: 120 Euro
  • BIG direkt gesund: 100 Euro
  • hkk: 100 Euro
  • BKK VerbundPlus: 84 Euro
  • TK: 80 Euro
  • BKK PwC: 75 Euro
  • IKK gesund plus: 75 Euro
  • HEK: 75 Euro
  • BKK Wirtschaft und Finanzen: 72 Euro
  • BKK Akzo Nobel Bayern: 60 Euro
  • BKK Thüringer Energieversorgung: 60 Euro
  • BKK Textilgruppe Hof: 60 Euro
  • BKK Voralb: 60 Euro
  • Daimler BKK: 60 Euro
  • BKK SBH: 50 Euro
  • BKK A.T.U.: 30 Euro

Gute finanzielle Lage der Kassen bedroht

Experten befürchten allerdings, dass die gute Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung nicht von Dauer sein wird. So geht der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von neuen Zusatzbeiträgen im Jahr 2015 aus. Zudem fehlen der GKV nicht nur durch den Wegfall der Praxisgebühr künftig zwei Milliarden Euro Einnahmen. Auch durch die geplante Kürzung des Bundeszuschusses von vier Milliarden Euro werden es die Kassen schwer haben. Für einen ausgeglichenen Haushalt 2014 will der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) den Zuschuss zum Gesundheitsfonds von 14 auf 10 Milliarden Euro kürzen. Der Gesundheitsfonds verteilt finanzielle Mittel an die gesetzlichen Krankenkassen. Reichen diese nicht aus, erheben die Kassen einen zusätzlichen Beitrag.

Erhöhte Belastung für gesetzlich Versicherte?

Kritiker aus der SPD werfen Schäuble vor, dieser schrecke nicht davor zurück, „den gesetzlich Krankenversicherten in die Taschen zu greifen, um einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.“ Die SPD-Politikerin Elke Ferner weist darauf hin, dass den GKV-Versicherten für jede gekürzte Milliarde Euro eine zusätzliche Belastung von jährlich 20 Euro droht. Da die geplante Kürzung des Bundeszuschusses zunächst nur zwei Milliarden Euro betrug, zeigt sich das Bundesgesundheitsministerium aufgrund der neuen Kürzungspläne verärgert. Ein Sprecher sagte, andere Ressorts seien nun gefragt, ihren Sparbeitrag für einen ausgeglichenen Bundeshaushalt zu leisten.

Prämien und bessere Leistungen vs. Reformen

Während einige Krankenkassen an ihre Versicherten 2013 Prämien auszahlen und andere Kassen ihr Leistungsangebot verbessern wollen, planen wiederum andere Versicherer, das Geld in strukturelle Reformen zu investieren. So sagte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, dass die Überschüsse für solche Reformen genutzt werden sollten. Er sprach sich damit gegen die Forderung des Gesundheitsministers Daniel Bahr aus (FDP). Dieser hatte bereits im Mai 2012 dazu aufgerufen, dass die gesetzlichen Krankenversicherungen ihre hohen Rücklagen in Form von Rückzahlungen an ihre Versicherten weiterleiten sollen. 

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