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Neue Google-Bildersuche: Künstler protestieren gegen "Content-Schmarotzer"

Eine geplante Neuerung der Google-Bildersuche hat in den vergangenen Tagen die Netzwelt in Aufruhr versetzt. Fotografen und Künstler protestieren dagegen, dass der US-Suchmaschinenanbieter Google ihre Bilder künftig honorarfrei und ohne Gegenleistung verwenden will.
Neue Google-Bildersuche: Künstler protestieren gegen "Content-Schmarotzer"

Schneller, schöner und zuverlässiger soll die neue Bildersuche bei Google in Zukunft sein, doch schon jetzt formiert sich der Widerstand gegen die angekündigte Änderung. Denn: Der Suchmaschinenanbieter will die im Netz verfügbaren Fotos und Bilder künftig vollständig auf seinen eigenen Seiten anzeigen. Webseitenbetreiber und Bildurheber schlagen aus diesem Grund Alarm. Mit der geplanten, neuen Darstellung der Bildersuchergebnisse würde Google das Urheberrecht ignorieren und Kreative mit Füßen treten. Die Betreiber von Webseiten fürchten zudem, dass sie ihre Besucher und potenziellen Kunden durch die Änderung an Google verlieren.

Künstler und Webseitenbetreiber gegen neue Google-Bildersuche

Zwar ist der neue Internetdienst in Deutschland noch gar nicht freigeschaltet, doch auf den englischsprachigen Seiten des Suchmaschinenanbieters kann man bereits seit einigen Wochen sehen, was Google wohl auch hierzulande plant: In der Bildersuche wird den Nutzern das Bildmaterial Dritter hochauflösend dargestellt. Bisher wurden den Google-Besuchern nur Miniaturversionen der Bilder - sogenannte Thumbnails - angezeigt und die Nutzer bei Interesse auf die Original-Webseite verwiesen. In der neuen Ansicht entfällt dieser letzte Schritt, denn die Besucher können sich das jeweilige Bild nun in voller Größe direkt auf der Ergebnisseite der Suchmaschine darstellen lassen. Eine Frechheit, wie Fotografen, Künstler, Bildurheber finden.

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Neue Bildersuche "juristisch bedenklich"

Google dürfe nicht einfach die Werke Dritter nutzen, um die Besucher möglichst lange auf seinen Seiten zu halten, meint auch der Fotograf Michael Schilling aus Düsseldorf. "Es wäre nichts dagegen einzuwenden, würde Google nur Auszüge aus einem Werk - im Falle von Bilder beispielsweise Thumbnails - darstellen", sagt er. Doch dass der Suchmaschinenanbieter das vollständige im Internet veröffentlichte Werk in voller Auflösung anzeigen will, hält er für juristisch bedenklich. "Ich würde in solchen Fällen von Content-Schmarotzer sprechen", sagt Schilling.

Aktion "Verteidige Dein Bild"

Der Düsseldorfer Fotograf hat daher eine Protestaktion ins Leben gerufen und ruft nun im Netz dazu auf, eine Petition gegen die neue Bildersuche von Google zu unterzeichnen. Innerhalb weniger Tage haben sich bereits über tausend Unterstützer seiner Aktion "Verteidige Dein Bild" angeschlossen - vor allem solche Menschen, "die dieses Vorgehen von Google für unverschämt halten", sagt Schilling.

Webseitenbetreiber fürchten weniger Besucher

Während Google angekündigt hat, dass die Zugriffe auf die Original-Webseiten durch die Änderungen an der Bildersuche zunehmen werden, befürchten viele Webseitenbetreiber vielmehr einen enormen Besucherrückgang. "Statt mehr Besuchern kommen durchschnittlich 60 Prozent weniger Besucher durch die Google Bildersuche", weiß auch Schilling. Und: "Weniger Besucher auf den eigenen Seiten heißt ganz klar weniger Einnahmen - durch eigene Werbebanner auf werbefinanzierten Angeboten wie Blogs, aber auch durch potentielle Kunden auf Seiten, die Dienstleistungen anbieten, wie zum Beispiel Webseiten von Fotografen oder Bildagenturen."

Musterprozess gegen Google denkbar

Die betroffenen Künstler und Seitenbetreiber wollen sich daher zur Wehr setzen und protestieren gegen die Freischaltung der neuen Google-Bildersuche in Deutschland. Sollte die neue Funktion dennoch ausgerollt werden, so schrecke man auch vor einem Musterprozess gegen Google nicht zurück, heißt es auf den Seiten der Aktion "Verteidige Dein Bild". "Es würde ein langfristiger Rechtsstreit werden, den wir durch sämtliche Instanzen zu führen bereit sind", bekräftigt Schilling. Seiner Meinung nach hätten jedoch auch die Google-Juristen selbst erhebliche Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit der neuen Bildersuche - denn sonst wäre die Funktion hier bereits lange verfügbar, sagt er.

Bildquelle: verteidige-dein-bild.de