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Mütterrente: Einigung über Rentenerhöhung schon nächste Woche möglich

Die Mütterrente soll nicht aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Nach dem Willen der CSU soll die Aufstockung der Rente für ältere Mütter direkt aus der Rentenversicherung geschehen. Seit Monaten wird über die Rentenerhöhung für Mütter diskutiert, nun ist zumindest die Anrechnung von einem zusätzlichen halben Rentenpunkt in Sicht.

Frauen, die sich der Kindererziehung widmen, sind stärker als Männer oder kinderlose Frauen von einer späteren Altersarmut betroffen. Denn sie unterbrechen nicht selten für mehrere Jahre ihre Berufstätigkeit und kehren oft nur in Teilzeitstellen in das Arbeitsleben zurück. Dies hat auch langfristig erhebliche Auswirkungen, denn durch die unterbrochene bzw. verkürzte Arbeitszeit verringern sich auch die Versicherungsbeiträge, die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden. Die Folge: Frauen mit Kindern erhalten im Durchschnitt eine weitaus geringere Rente.

Ältere Mütter sollen mehr Rente erhalten

Damit die Kindererziehungszeiten nicht vollends auf Kosten der Mütter gehen, werden ihnen die Kindererziehungszeiten auf die Rente angerechnet. Pro Kind erhalten Mütter drei Rentenpunkte für die Kindererziehungszeiten gutgeschrieben – allerdings bislang nur für Kinder, die ab 1992 geboren worden sind. Für Kinder, die früher geboren wurden, gibt es nur einen einzigen Rentenpunkt. Diese Ungerechtigkeit hinsichtlich der Anrechnung der Kindererziehungszeiten wird bereits seit langem von verschiedenen Seiten angeprangert. Damit auch ältere Mütter bei der Rente nicht übermäßig durch die Kindererziehung benachteiligt werden, wird daher eine Angleichung der Kindererziehungszeiten - die sogenannte Mütterrente - gefordert.

Rentenerhöhung für Mütter ist kostspielig

Doch eine solche Angleichung ist teuer und es stellt sich die Frage, wie diese Mehrausgaben finanziert werden sollen. Pro zusätzlichen Rentenpunkt würde es für die älteren Mütter derzeit im Osten monatlich rund 25 Euro mehr Rente geben, für Frauen in den alten Bundesländern ein Plus von 28 Euro. Eine vollständige Angleichung der Mütterrente würde Kosten in Höhe von zirka 14 Milliarden Euro verursachen. Selbst eine schrittweise Angleichung stellt einen nicht unerheblichen Kostenpunkt dar. Dabei wurden schon mehrere Modelle diskutiert. Von einer Angleichung von nur einem Rentenpunkt war die Rede oder von eine Rentenerhöhung nur für Neurentnerinnen. Auch eine Berücksichtigung nur dann, wenn die Frau mindestens zwei Kinder geboren hat, wurde diskutiert. Nun wird erwogen, ob vorerst nur eine Erhöhung um einen halben Rentenpunkt einerseits zu mehr Gerechtigkeit bei den Renten für ältere Mütter führen würde und dies andererseits auch bezahlbar wäre. Immerhin würden hier noch immer Kosten in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2025 anfallen, wenn der halbe Rentenpunkt nur Müttern zu Gute käme, die neu in Rente gehen. Mehr als 3,2 Milliarden Euro würden benötigt, wenn man auch Frauen berücksichtigt, die bereits Rente beziehen.

Koalition berät erneut über Mütterrente

Innerhalb der Regierungskoalition wird angesichts dieser Zahlen neuer Streit erwartet. Denn auch wenn Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bereits Entgegenkommen signalisiert hat, so wird doch erwartet, dass eine Finanzierung aus der Rentenkasse vom Finanzministerium präferiert wird. Schließlich soll der Bundeshaushalt geschont werden. Wie die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt laut Reuters am gestrigen Dienstag in Berlin bemerkte, sei zudem eine Erhöhung um nur einen halben Rentenpunkt kaum ausreichend, um die Gerechtigkeitslücke zu schließen. Im Moment erhalte die Rentenversicherung jedoch mehr Geld für die Kindererziehungszeiten als dafür ausgegeben wird. Hier gibt es also noch einen gewissen Spielraum. Die Koalition will in der kommenden Woche erneut über die Rentenreform beraten. Hasselfeldt äußerte sich zuversichtlich, dass man zu einer Einigung gelangen werde.

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