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Mütterrente: Ab Juli 2014 mehr Rente für ältere Frauen

Die Rentenerhöhung für ältere Mütter kommt. Schon ab Juli 2014 sollen die betroffenen Personen bis zu 28 Euro mehr Rente pro Monat und Kind erhalten. Darauf haben sich Union und SPD in dieser Nacht geeinigt. Mit der Mütterrente soll die Kindererziehung älterer Mütter bei der Rente besser anerkannt werden.
Mütterrente: Ab Juli 2014 mehr Rente für ältere Frauen
Union und SPD einigen sich auf Mütterrente ab Juli 2014

Seit langem hatte die CSU die Einführung der Mütterrente gefordert. Nachdem sich die Partei mit der CDU auf die Rentenerhöhung für ältere Mütter geeinigt hatte, stand der Aufnahme in das Wahlprogramm 2013 der CDU/CSU nichts mehr im Wege. Die Mütterrente wurde auch im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD aufgenommen. Nach einem 17-stündigen Verhandlungsmarathon schnürten die beiden Seiten ein umfangreiches Rentenpaket. Die Rentenerhöhung für ältere Mütter soll zum 1. Juli 2014 und nicht wie es zunächst hieß zum 1. Januar 2014 kommen. Doch selbst mit der Rentenerhöhung wird die gesetzliche Rente für viele Frauen zu gering ausfallen.

Ab wann kommt die Mütterrente?

Die Renten für ältere Mütter werden bereits im kommenden Jahr angepasst. So wie es Volker Kauder schon vor der Bundestagswahl prophezeit hatte, auch wenn das Datum nun ein anderes sein wird. „Vom 1. Januar 2014 an werden Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, 28 Euro mehr Rente je Monat und Kind bekommen“, sagt er im Juli im FAZ-Interview. Diese 28 Euro im Monat beziehungsweise 336 Euro im Jahr beziehen sich auf die Rentenerhöhung im Westen. Frauen im Osten werden voraussichtlich knapp 25 Euro mehr Rente im Monat erhalten. Diese Beträge ergeben sich aus der besseren Anerkennung der Kindererziehungszeiten. Den Plänen der CDU und CSU zufolge wird den betroffenen Personen künftig ein Rentenpunkt mehr bei der Rentenberechnung für die Kindererziehung anerkannt. Sie erhalten so in Zukunft zwei Rentenpunkte.

Update 22. Januar 2014: Recherchen des ARD-Magazins Plusminus zufolge besteht die Möglichkeit, dass Mütter, die früh nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten gegangen sind, nichts oder nur sehr wenig von der Mütterrente haben werden. Grund: Ihr damaliges Einkommen wird laut ARD mit dem zusätzlichen Rentenpunkt verrechnet.

Update 29. Januar 2014: Das Bundeskabinett hat das Rentenpaket rund um die Mütterrente gebilligt. Der Bundestag will nun im Mai über die Rentenpläne abstimmen.

Update 07. Februar 2014: Die Mütterrente muss nicht beantragt werden. Die verbesserte Anerkennung der Kindererziehungszeiten erfolgt automatisch. Ausnahmen gelten unter anderem für Mütter, die vor 1992 drei oder mehr Kinder geboren haben und sonst keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Durch die Mütterrente erfüllen sie nun die Mindestanforderungen für eine gesetzliche Rente und haben Anspruch auf das Altersgeld. Sie müssen dafür einen Antrag stellen.

Update 22. April 2014: Die Rentenerhöhung 2014 gilt auch für die Mütterrente.

Mütterrente schützt nicht vor Altersarmut

Doch selbst mit der besseren Anerkennung der Kindererziehungszeiten bleibt die Rente für Frauen mit Kindern weiter gering. Das gilt für junge wie für ältere Mütter. Durch ihre gebrochenen Erwerbsbiographien steht den meisten nur ein geringes Altersgeld im Rentenalter zu. Wer nicht privat vorsorgt, ist später von Sozialleistungen abhängig. Schon jetzt sind viele Deutsche von Altersarmut bedroht. Hinzu kommt, dass auf sie im Alter weitere Kosten zukommen. Wer zum Pflegefall wird, kommt in ernsthafte Schwierigkeiten. Die magere Rente kann die Pflegekosten nicht decken, sodass am Ende nicht nur das gesamte eigene Kapital für die Pflege aufgebraucht wird, sondern auch die eigenen Kinder zur finanziellen Verantwortung gezogen werden.

Tipp für über 50-Jährige: Trotz Mütterrente werden viele ältere Arbeitnehmer von Altersarmut betroffen sein. Doch eine private Altersvorsorge lohnt sich für über 50-Jährige nur selten. Experten raten daher, sich lieber vor weiteren Kosten im Alter, etwa bei Pflegebedürftigkeit, zu schützen, und empfehlen eine Private Pflegeversicherung. -> Jetzt Tarife vergleichen

Einführung der Mütterrente zum 1. Juli 2014

Viele sehen in der Einführung der Mütterrente eine Frage der Gerechtigkeit. Denn Frauen, deren Nachwuchs ab 1992 zur Welt gekommen ist, werden drei Rentenpunkte berechnet. So begrüßen die meisten Deutschen die Rentenerhöhung. Kritiker bemängeln jedoch, wie die Mehrkosten von rund 6,5 Milliarden Euro im Jahr gedeckt werden sollen. Nicht der Bundeshaushalt wird die Rentenangleichung finanzieren, sondern die Rentenkasse. Es wird bereits befürchtet, dass dies zu einer stärkeren Belastung für Rentenversicherte führen könnte. Entsprechend kritisch verurteilte Anton Hofreiter, Fraktionschef von Bündnis90/Die Grüne, den vorläufigen Koalitionsvertrag. Das nun beschlossene Rentenpaket „verfrühstückt die Zukunft“, da Schwarz-Rot kräftig in die Rentenkasse greife, sagte Hofreiter im ZDF Morgenmagazin. Die Pläne werden daher zulasten der kommenden Generationen gehen.

Wie sicher ist die Mütterrente?

Auch wenn sich Union und SPD auf die Einführung der Mütterrente 2014 geeinigt haben – sicher ist die Rentenerhöhung für ältere Mütter noch lange nicht. Erst wenn der Bundestag im Mai über das Rentenpaket debattiert hat, herrscht Gewissheit. Da jedoch kaum noch Details zur Mütterrente fehlen, sind Verzögerungen durch weitere Verhandlungen unwahrscheinlich. Zudem soll die Mütterrente rückwirkend gelten.

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