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Parteien und die Rente: Wie CDU, SPD und Co die Rente verbessern wollen

Bei der Rente soll sich nach der kommenden Bundestagswahl einiges ändern. Fast alle großen Parteien wie CDU/CSU, SPD und Grüne planen Verbesserungen beim Altersgeld. Mit Mindestrente, Solidarrente und Mütterrente könnte das Ruhegeld der Deutschen bald deutlich steigen. Doch wie stehen Experten zu den Wahlversprechen?
Mindestrente und Co: Welche Pläne die Parteien für die Rente haben
Die gesetzliche Rente reicht bei vielen Deutschen kaum zum Leben aus

So weit sind sich alle Parteien in Deutschland einig: Bei der Rente muss sich etwas ändern. Denn mit der gesetzlichen Rente allein werden die Deutschen ihren Lebensstandard nicht halten können. Daher zählt die Rentenpolitik zu den wichtigsten Wahlkampfthemen. Bis auf die FDP planen alle Parteien wichtige Veränderungen. So machen CDU und CSU mit der Lebensleistungsrente und der Mütterrente gleich zwei teure Wahlversprechen. SPD und Grüne wollen das Mindestaltersgeld auf monatlich 850 Euro anheben, die Linke verspricht sogar eine Mindestrente von 1.050 Euro. Weitere Unterschiede gibt es in Bezug auf das Rentenalter. Die SPD hat in der Vergangenheit angekündigt, die Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre auszusetzen. Bei der Vorstellung seines 100-Tage-Programmes distanzierte sich Kanzlerkandidat Peer Steinbrück (SPD) nun jedoch von den Plänen. Vorerst soll die Rente mit 67 nicht ausgesetzt werden.

Parteien wollen Rente deutlich erhöhen

Alle Parteien hoffen mit ihrer Rentenpolitik noch einige Stimmen für die Wahl am 22. September 2013 zu gewinnen. Gerade Rentner mussten in den vergangenen Jahren bei der Rentenerhöhung zurückstecken. 2013 fiel vor allem die Rentenanpassung im Westen enttäuschend aus. Auch wenn die Rente 2014 wieder stärken steigen soll, bangen viele Rentner um ihr Altersgeld. Für junge Wähler ist das Thema Rente ebenso wichtig. Denn sie werden die Rentenverbesserungen finanzieren müssen.

Parteien versprechen Rente von 850 bis 1.050 Euro im Monat

„Altersarmut ist bereits jetzt ein Thema“, berichtete das ARD-Magazin Plusminus in dieser Woche. Denn schon heute erhält beinahe die Hälfte der Neurentner eine Rente auf Hartz-4-Niveau. Umso wichtiger ist eine Mindestrente, die fast alle großen Parteien planen. Die SPD will mit der Solidarrente ein Altersgeld von 850 Euro im Monat garantieren. Dazu müssen Rentenbezieher jedoch 30 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt haben. Die Garantierente der Grünen sieht ähnliches vor. Da jedoch beide Parteien die Rente an Beitrags- und Versicherungsjahre koppeln, „gibt es eine Risikogruppe, die nicht erfasst wird“, bemängelt Prof. Dr. Rudolf Hickel vom Institut für Arbeit und Wirtschaft gegenüber ARD Plusminus.

Parteien und die Rente: Kritik an Lebensleistungsrente

Die Lebensleistungsrente von CDU/CSU würde jedoch noch mehr Menschen ausklammern. Jeder, der 40 Jahre lang in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war und zudem privat vorgesorgt hat, soll eine Rente von 850 Euro erhalten. „Das reicht nicht aus. Nach meinen Rechnungen betrifft das zur Zeit 17.000 [Personen], mehr nicht“, kritisiert Hickel. Zudem ist nicht sicher, wie die Lebensleistungsrente finanziert werden soll. Die Rentenpläne der anderen Parteien sollen über Steuergelder abgedeckt werden.

CDU und CSU: Bessere Rente für ältere Mütter

Ein weiteres Wahlversprechen der CDU/CSU lautet Mütterrente. Bereits ab 2014 sollen die Renten von Müttern bzw. Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, angehoben werden. Für Frauen mit zwei Kindern würde das im Schnitt 650 Euro mehr Rente im Jahr bedeuten, so die Union. Die Mütterrente soll über die gesetzliche Rentenversicherung finanziert werden, was bereits zu einiger Kritik geführt hat. Unter anderem wird eine stärkere Belastung der Beitragszahler befürchtet.

FDP will private Altersvorsorge verbessern

Die FDP sieht keine Mindestrente vor. Stattdessen wollen die Liberalen die Rentenlücke schließen, indem sie die private und betriebliche Vorsorge stärken. Prof. Dr. Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft sieht darin keine Ausgrenzung von ärmeren Menschen. „Auch niedrige Einkommensbezieher haben die Möglichkeit durch die Riesterförderung entsprechende Kleinstbeiträge vorzunehmen. Das sind oft nur fünf oder zehn Euro im Monat, das sollte auch dort möglich sein“, sagt er Plusminus. Generell sollten sich die Deutschen nicht zu sehr auf die Wahlversprechen der Parteien verlassen, sondern auf eine eigene Vorsorge setzen. Denn wie schnell die Rentenverbesserungen umgesetzt werden, weiß niemand.

Rente ab 60, 65 oder 67 Jahre?

Die Linke geht beim Renteneinstiegsalter am radikalsten vor. Die Partei will das Rentenalter wieder auf 65 Jahre absenken. CDU und CSU halten dagegen an der Rente mit 67 fest, auch die SPD bleibt dabei. Allerdings räumen die Sozialdemokraten den verfrühten Renteneintritt ohne Abschläge unter bestimmten Bedingungen ein – genau wie die Grünen. Bei der FDP können die Deutschen schon mit 60 in Rente gehen. Jedoch wird das Altersgeld dann um 25 Prozent gekürzt. In Anbetracht der Tatsache, dass die FDP keine Verbesserungen bei der gesetzlichen Rente vorsieht, werden es sich wohl nur die wenigsten leisten können, in einer liberal-geführten Regierung früher in Rente zu gehen.