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Rentenversicherung: Rentenbeitrag könnte 2014 auf 18,3 Prozent sinken

Laut der Deutschen Rentenversicherung Bund könnte der Rentenbeitrag 2014 im dritten Jahr in Folge sinken. Im kommenden Jahr würde er dann nur noch 18,3 Prozent betragen. Ob die neue Regierung der Senkung des Rentenbeitrags angesichts unterschiedlicher Rentenpläne tatsächlich zustimmen wird, ist ungewiss.
Rentenversicherung: Rentenbeitrag könnte 2014 auf 18,3 Prozent sinken
Der Rentenbeitrag könnte 2014 weiter sinken

Der Rentenbeitrag könnte 2014 um 0,6 Prozent sinken. Derzeit liegt er bei 18,9 Prozent. Alexander Gunkel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Bund, kann für diese Einschätzung zwar keine aktuellen Zahlen vorlegen. Doch er hält die Senkung des Beitragssatzes für die gesetzliche Rentenversicherung für „sehr realistisch“. Gunkel beruft sich dabei auf eine Schätzung der Bundesregierung Ende 2012. Schon seit einiger Zeit steht ein neuer Rentenbeitrag für 2014 in der Diskussion. Grund sind die immensen Rücklagen in der Rentenkasse. Der Oktoberschätzung der Rentenversicherung zufolge könnte das finanzielle Polster bis Ende 2013 auf 31 Milliarden Euro anwachsen.

Fällt der Rentenbeitrag 2014 auf 18,3 Prozent?

Das Gesetz sieht vor, dass der Rentenbeitrag sinkt, sobald die Reserven in der Rentenkasse mehr als das 1,5-fache einer Monatsausgabe betragen. Derzeit entsprechen die Rücklagen dem 1,75-fachen der Ausgaben. Demnach müsste der Rentenbeitrag wie schon zum 1. Januar 2013 angepasst werden. Doch ob es dazu kommt, bleibt abzuwarten. Denn die Verringerung muss von der Bundesregierung beschlossen werden. Da ein Rentenbeitrag von 18,3 Prozent jedoch Mindereinnahmen von rund 7,4 Milliarden Euro bedeuten, ist mit Protesten vonseiten der Union zu rechnen.

Union und SPD verhandeln über Zusatzleistungen zur Beseitigung der Altersarmut

Die CDU/CSU will die Mütterrente über die Rentenkasse zu finanzieren. Mit ihr sollen die Kindererziehungszeiten älterer Mütter besser anerkannt werden. Sollte die Mütterrente schon 2014 kommen, rechnen Experten mit Kosten von 6,5 Milliarden Euro im ersten Jahr. Mit einem niedrigeren Rentenbeitrag müsste über diese Finanzierungsmöglichkeit nicht nur weiter diskutiert werden. Zudem würde die von Kritikern befürchtete finanzielle Mehrbelastung der Rentenversicherten schneller eintreten als mit einem Rentenbeitrag von 18,9 Prozent. Auch die geplante Rentenaufstockung für Geringverdiener soll möglicherweise über die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung finanziert werden. „Vor Abschluss der Koalitionsverhandlungen macht es wenig Sinn, den Beitrag zu senken“, sagt daher CDU-Rentenexperte Peter Weiß gegenüber der Bild-Zeitung.

Ein um 0,6 Prozent abgesenkter Rentenbeitrag würde für einen Durchschnittsverdiener ein Plus von 90 Euro im Jahr bedeuten. Insgesamt würden Arbeitnehmer und Arbeitgeber um je drei Milliarden Euro entlastet werden.

Rentenversicherung rechnet mit deutlicher Rentenerhöhung 2014

Die Rentenversicherung rechnet nicht nur mit einem geringeren Rentenbeitrag ab 2014, sondern auch mit einer Rentenerhöhung um 2,5 Prozent. Aufgrund der guten Lohn- und Beschäftigungsentwicklung können sich die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland auf höhere Renten einstellen. Jedoch müssen sich die Senioren für eine endgültige Entscheidung mindestens bis zum Frühjahr 2014 gedulden. Die Zeichen für eine deutliche Rentenerhöhung 2014 stehen allerdings gut.